App: “König der Mathematik”

2014-06-25 13.35.48Von einem Kollegen wurde ich freundlicherweise auf eine App hingewiesen, die er im Unterricht eingeführt hätte: “König der Mathematik”.

Es handelt sich dabei um eine Kopfrechen-App. Zehn Fragen, die in möglichst kurzer Zeit beantwortet werden müssen. Besonders eklig: Oben läuft ein Countdown hektisch runter und vermittelt einem das Gefühl, zu langsam zu sein.

Ich habe die App heute direkt in meiner 7 ausprobiert. Allein oder im Team sollten sie versuchen, möglichst viele Punkte zu sammeln und hatten wirklich Spaß dabei.
Gut genug, um eine Vertretungsstunde zu überbrücken, zumal die Android-Version komplett kostenlos ist. Spielerisch werden alle Formen des Rechnens wiederholt bis hin zu einem wirklich heftigen Schwierigkeitsgrad.
Wie immer sieht die iOS-Version hübscher aus, dafür ist sie auch deutlich teurer, in der free-Version sind nur die ersten drei Level verfügbar. Die Android-Version ist komplett kostenlos, die “pro”-Variante gibt etwas mehr Zeit. Es gibt übrigens auch ein “König der Mathematik Junior”, welches ich an meiner Tochter mal ausprobieren werde.
Passt ganz gut in die Rubrik “Spiele im Unterricht” und “Darf man Handys im Unterricht benutzen?” “Soll man Handys in der Schule verbieten” etc. Ist ja nicht immer Teufelszeug.

2014-06-25 12.04.16

Außerdem war ich gestern noch auf der Abschlussfeier meiner ersten eigenen Klasse aus dem Referendariat. Jener Klasse, die mir seinerzeit einen BVB-Toaster zum Abschied schenkte.
Ein wundervoller, würdevoller Abend und ich musste mir tatsächlich die ein oder andere Träne verkneifen, als ich sah, was aus manchen Schülern geworden ist. Vor allem aus denen, die einen schweren Weg zu gehen hatten. Großartig!

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Erste Hilfe

2014-06-12 14.37.37Nach einem Unfall samt gebrochenem Arm an unserer Schule sprachen mich zwei Schülerinnen an, ob wir als Klasse nicht mal einen 1. Hilfe Kurs machen könnten.
Sie, die Schüler, hätten gar nicht gewusst, wie man in der Situation richtig hätte reagieren können und sie fänden das wichtig, dass wir (gerade wir!) als Inklusionsklasse ein bisschen mehr Ahnung hätten.

Gesagt. Getan.

Freundlicherweise opferte ein ausgebildeter Kollege heute zwei Stunden seiner Zeit, um meiner Klasse eine Einführung in die 1. Hilfe zu bieten. Geübt wurde immer wieder und von jedem die stabile Seitenlage, das Unterschieben einer Decke und die Wundversorgung. Ausgelassen wurde (zum Bedauern der Jungs Zwinkerndes Smiley) die Wiederbelebung. Fröhlicher Abschluss war das Klassenfoto, auf dem alle Schüler in Verbände und Pflaster eingepackt in die Kamera winken.

2014-06-12 11.14.22-5Tatsächlich machen wir Lehrer (und Inklusionshelfer) uns im Bezug auf die Klassenfahrt intensiv Gedanken. Natürlich sind wir geschult. Und natürlich können wir eintreffende Ärzte im Notfall instruieren – gerade im Bezug auf meine Schüler mit Glasknochen. Und trotzdem ist es schön zu wissen, dass nun alle meine Schüler die Grundlagen der ersten Hilfe verinnerlicht haben. Solche Dinge stehen natürlich nicht im Lehrplan. Genau wie das Wechseln der Winterreifen sind sie nicht prüfungsrelevant und werden niemals im Abitur verlangt. Aber immer wieder muss Schule auch ein Ort sein, der mit dem echten Leben verknüpft ist.

Es ist ein Stück “erwachsenwerden”, auf dem wir Lehrer unsere Schüler begleiten dürfen, an dessen Ende das steht, was Frau Henner so treffend als “Tränenreichen Abschied” bezeichnet hat.

Inklusion und Inklusionskinder

“Darf Henri aufs Gymnasium?” titelt der SPIEGEL an dieser Stelle.
Die Eltern eines Jungen mit Down-Syndrom möchten ihren Jungen am Gymnasium anmelden, damit er in seinem gewohnten, sozialen Umfeld (=Freundeskreis) bleibt. Sie wissen, dass Henri nicht zielgleich unterrichtet werden kann, aber er “könnte die Klasse bereichern”. Eine Petition wurde von 20.000 Menschen unterzeichnet.
Das Gymnasium sperrt sich dagegen. Lehrer (und andere Eltern) fürchten, dass ein geistig behindertes Kind den Unterricht aufhält und in dem “intellektuellen Hochleistungsbetrieb” untergeht. Die betreffende Schule hat bisher eine Menge körperbehinderter Kinder zum Abitur gebracht, diese wurden allerdings allesamt zielgleich unterrichtet.

Zum Glück darf ich in einem meinem Blog schreiben, was ich will und muss mich vor niemandem rechtfertigen.

Punkt 1: Ich bin für die Inklusion.
Das Aussondern von behinderten Kindern, von Ausländerkindern, von Kindern mit emotionalem Förderbedarf oder sonstigen “Abweichungen” kann ich mit meinem (christlichen) Menschenbild nicht vereinbaren. Aber…

Punkt 2: Die Umsetzung der Inklusion ist deutlich schwieriger, als man sich das auf dem Papier so vorstellt und nicht jedes Kind ist an einer “normalen1” Schule am richtigen Ort.

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