“Facebookseiten von Schulen verbieten”

Als meine Tochter eingeschult wurde, hat niemand um Erlaubnis gefragt, das Gruppenbild auf die Homepage zu stellen, das wurde einfach gemacht. Und ich vermute, es hat sich hinterher auch niemand beschwert. Umgekehrt – wenn man erst um Erlaubnis fragt – finden sich immer zwei Leute, die sich weigern. Aber das ist bei jedem Tagesausflug, jeder Klassenfahrt und überhaupt bei jeder Umfrage gleich. Es gibt immer zwei oder drei, die dagegen sind. Gegen Facebook, gegen Internet, gegen alles.

Gestolpert bin ich im Zusammenhang mit der Facebook-Affaire der Wurmbergschule in Braunlage über die Forderung des schleswig-holsteinischen Landesdatenschützers Thilo Weichert, der Facebook-Seiten von Schulen als “pädagogisch katastrophales Vorbild” bezeichnete. Also im Grunde fordert, dass die Schulen sich dem verweigern.

Ich habe bereits während meines Referendariats die Facebook-Seite der Realschule gestaltet und zeichne mich auch für meine jetzige Schule für eben jene Seite verantwortlich. Und, ja, ich bin anderer Meinung. Die Formulierung Weicherts geht meines Erachtens weit an der Realität vorbei:
Tatsache ist, jede Schule hat bereits eine Facebook-Seite. Jede. Wenn nicht von der Schulleitung erstellt, dann von den Schülern. Einfach mal in die Suchmaske bei Facebook den Namen der eigenen Schule eingeben.

Die Frage ist also nicht, ob es so eine Seite geben solle, sondern wer die Kontrolle darüber ausübt.

Und im Zweifel bin das lieber ich.
Facebook gehört zur Öffentlichkeitsarbeit. Da auch unsere Homepage in den nächsten Wochen und Monaten neu gestaltet wird, ergibt sich hier die Möglichkeit der Vernetzung: Jeder neue Beitrag auf der Homepage wird automatisch sowohl auf der Schul-Facebook-Seite als auch bei Twitter als Link gepostet.
Das ist praktisch.

Kein Schüler ‘muss’ Fan unserer SchulFBSeite sein, aber jeder kann es. Und wird dann mit aktuellen Informationen etc. bedient. Besonders für die Ehemaligen ist so etwas attraktiv.

Sich dieser Entwicklung im Internet zu verschließen scheint mir kurzsichtig. Zig Millionen Leute lesen die BILD-Zeitung, ob mir das gefällt, oder nicht. Zig Millionen schauen RTL und zig Millionen sind bei Facebook. Egal wie ich das finde. Also können wir als Schulen dieses Medium entweder sinnvoll nutzen, oder ignorieren und zuschauen.
Und wenn man im Hinterkopf hat, dass überall Schulen geschlossen oder zusammengelegt werden – also ein Wettbewerb zwischen den Schulen herrscht – dann kann man sich die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit ausmalen.

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