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Neuer Raum. Neue Möbel. Neue Möglichkeiten.

Ende des letzten Schuljahres, als klar wurde, dass meine Co und ich mit unserer Klasse in den Trakt für die Mittelstufe ziehen würden, baten wir um den schäbigsten, letzten Kellerraum des Gebäudes. Um 1793 als Hauswirtschaftsraum erstellt, beherbergte er seitdem in erster Linie Motten. Wir bekamen die Gelegenheit, alle alten Schulmöbel zu entsorgen und gingen mit der Klasse in die Planung: „In diesem Raum werdet ihr in den nächsten drei Jahren mehr Zeit verbringen, als zu Hause im Wohnzimmer“, erklärte ich. In den Ferien fanden sich Freiwillige zum Streichen und jetzt – pünktlich eine Woche nach Schulstart – kamen auch endlich die Möbel und wir müssen nicht mehr wie buddhistische Mönche auf dem Boden arbeiten.

Neuer Raum. Neue Möbel. Neue Möglichkeiten. 1Charmant an dem Klassenraum ist, dass er eine Art Vorflur hat. Ausgediente Büromöbel haben wir mit langen Beinen versehen und zu Stehtischen umgebaut. Ein paar Bilder sind schon da – weitere folgen. Ein Teppich fehlt noch, um die Akkustik zu dämpfen und vielleicht auch die ein oder andere akkubetriebene Schreibtischlampe. Außerdem werden gewiss ein oder zwei Blumen den Raum zieren – vermutlich aus Plastik, weil es kein wirkliches Fenster gibt.

Insgesamt fünf bis sechs Kinder können hier problemlos im Stehen arbeiten und wir wissen aus dem letzten Jahr, dass einige dieses Angebot sehr gerne wahrnehmen.

Es ist noch nicht „schön“. Zumindest noch nicht so schön, wie wir uns das vorstellen – aber es ist ein Arbeitsplatz und bis Ende des Jahres wird er noch schön gemacht. Ich will einen Mittelweg finden zwischen Deko-Elementen und „ablenkendem Nippes“.

Der eigentliche – und frisch gestrichene – Klassenraum hat einen Komplettsatz neuer Möbel bekommen – alles Einzeltische. Mit der fest verbauten Platte hinten stehen jetzt 38 Sitz-Arbeitsplätze zur Verfügung.

Neuer Raum. Neue Möbel. Neue Möglichkeiten. 2

Ich hoffe nicht, dass ich je so viele Kinder gleichzeitig im Raum haben werde – aber Platz schafft Möglichkeiten. Ohne groß herumzuräumen können sich jetzt schnell neue Arbeitsgruppen zusammenfinden und wenn jemand alleine arbeiten will, steht ihm auch dies frei.

Fest verbaut sind jede Menge Whiteboards und nach hinten öffnet sich eine weitere Kammer: Matten, Sitzsäcke und Teppiche ermöglichen das Arbeiten auf dem Boden. Hier ist nochmal Platz für fünf, sechs weitere Kinder.

Es sind schon ein paar Pflanzen hinten auf dem Cupboard – dazu uralte Bücher, die als Deko und Akkustikdämpfer dienen. Auch dieser Raum ist noch nicht so, wie wir ihn wollen. Aber man kann jetzt wirklich gut arbeiten – wie immer ist unsere primäre Sitzordnung kreisförmig mit Blick nach außen – so stört man sich nicht gegenseitig und viel Austausch findet ohnehin im Sitzkreis statt; dazu werden einfach die Stühle nach innen gedreht.

Insgesamt lässt sich das nicht Insta-passend fotografieren, aber ich denke, man erhält einen Eindruck.

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