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Berufsmesse an meiner Schule

Mit einer unglaublichen Energie haben einige Kollegen meiner Schule bereits zum vierten Mal eine hauseigene Berufsmesse ins Leben gerufen. Rund drei Dutzend Firmen und Ausbilder haben die Gelegenheit genutzt, unsere Schülerinnen und Schüler auf Ideen zu bringen, was man nach der Schule alles machen könnte.

Im Vorfeld haben die Kinder Wünsche abgegeben, nach denen sie in zwei Workshops und einer abschließenden offenen Runde ins Gespräch kommen und Informationen sammeln konnten. Aufwändig ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen unserer Schule und den Firmen: Denn mit einem 90minütigen Vortrag über die Vorzüge der Ausbildung X ist niemandem gedient: Der Anspruch ist eine Mischung aus Theorie und Praxis.

Berufsmesse an meiner Schule 1

Die Gesundheitsberufe haben dabei ebenso viel Material mitgebracht wie die Handwerksbetriebe. Selbst ich hatte heute die Gelegenheit, meine beschämenden Fähigkeiten am Schweißgerät zu demonstrieren.

Der große Aufwand lohnt, wenn man genau hinsieht: Nach ersten Zögern und schüchterner Zurückhaltung haben wir Lehrkräfte die Kinder dann doch immer wieder dazu gedrängt, Fragen zu stellen und aktiv nach Möglichkeiten zu fragen. Einige Praktikumsplätze wurden heute vergeben, E-Mail-Adressen ausgetauscht und unsere Schüler*innen nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit den Azubis über „was kommt nach der Schule“ zu unterhalten.

Das war ein richtig guter Tag der auch mir die Gelegenheit gab, mit vielen Schülerinnen und Schülern mal ins Gespräch zu kommen, ohne das Klingeln der Schulglocke oder die drohende nächste Klassenarbeit im Nacken zu haben.

Berufsmesse an meiner Schule 2

Abends sitze ich als unbedeutendes Rädchen in der Stadthalle des Nachbarkreises (aus gewichtigen Gründen tagen beide Kreise gleichzeitig und miteinander) und leiste einen Beitrag zur Kommunalpolitik.

Ein Kontrast, der sich merkwürdig fremd anfühlt, weit weg von den Sorgen und Nöten meiner täglichen Arbeit, der man ja auch oft genug vorwirft, weit weg vom richtigen Leben zu sein. Ich verstehe die Bedeutung der politischen Entscheidungen (oder genauer: Ich erahne die Bedeutung) – aber sie wirkt zuweilen gleichsam fern von dem, was mir täglich begegnet, wie es auch die Bildungsforschung tut.