Die Stadt Siegen – in der ich arbeite – gehört zum südlichsten Randbereich des Regierungsbezirks Arnsberg. Viele Fort- und Weiterbildungen finden – aus nachvollziehbaren Gründen – weit nördlich statt. Und seit vor ein paar Jahren jede Menge Autobahnbrücken gesperrt wurden, sind Anreisen für die Kolleg:innen aus der Region Siegen qualvoll.
Mehr als fünf Stunden habe ich heute im Auto verbracht um zur Tagung der Abteilungsleitungen zu fahren. Im Auftrag der Bezirksregierung haben Anna Klein und ich gemeinsam drei einstündige Workshops gestaltet. Thema war „selbstorganisiertes Lernen“ und das findet an unserer Schule mit Lernbüros, Werkstätten und projektorientiertem Unterricht an vielen Stellen statt.
Normalerweise sehen solche Tage wie folgt aus: Morgens gibt es einen Referenten, der zum Thema X einen Vortrag hält. Anschließend Arbeitsauftrag. Im Nachmittagsbereich dann ein oder zwei Workshops zum Vertiefen des einen oder anderen Aspekts.
Für dieses Jahr hat sich das Organisationsteam eine andere Vorgehensweise überlegt: Ausgehend von der Expertise vieler Schulen sollten den ganzen Tag Workshops und kleinere Fortbildungen stattfinden, in die sich die Kolleg:innen im Vorfeld einwählen konnten.
Die Vorbereitung auf den Tag hat im Vorfeld Arbeit gemacht – Arbeit, die mir großen Spaß bereitet. Nach wie vor habe ich den Anspruch, dass sich meine Inputs nicht nach Lebenszeitverschwendung anfühlen dürfen. Weder für das Publikum, noch für mich. Aber es wurde viel gelacht, es wurden kluge Fragen gestellt und der Wunsch geäußert, in unseren Laden einmal hineinschauen zu dürfen.
Auch kommende Woche steht bei mir ganz im Fokus von Fortbildungen: Montag und Dienstag bin ich in Soest (wieder eine qualvolle Anreise). Dort geht es um evidenzbasierte Schulentwicklung. Bin neugierig und hoffnungsvoll auf Zeit, weil Lehren doch oft von Bauchgefühl und Erfahrung geleitet wird. Es fällt (mir) schwer, meinen eigenen Horizont zu durchbrechen und Dinge, von denen ich überzeugt bin, neu zu denken. Mal schauen, was das gibt.
Nach einem Tag Schule bin ich Donnerstag wieder unterwegs: Diesmal geht es um Schulrecht, Ordnungsmaßnahmen und das Bohei von Widersprüchen. Referend ist Andreas Müller, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht. Ich freue mich auf den Vortrag, weil ich von Müller sehr viel gutes gehört habe. Inhaltlich erwarte ich mir nicht soviel neues – dafür bin ich ja nun auch schon einige Jahre im Geschäft und habe die ein oder andere Ordnungsmaßnahme formuliert.
