Habe ich eigentlich lieber ein Leben, in dem ich von Termin zu Termin haste und keine Pause finde – oder ein Leben, in dem wenig passiert und ich mir selbst genug bin?
Meine mittlere Tochter hat zuletzt in einem Musical mitgewirkt, dass im hiesigen Apollo-Theater mehrfach aufgeführt wurde. Die älteste nutzt die Semesterferien um viel zu reisen und die jüngste springt zwischen Kindergarten und zeitintensiver Nachmittagsbeschäftigung hin und her. Nachdem ich meinem intensiven Gitarre-Kurs ein vorläufiges Ende gesetzt habe, griff ich zuletzt doch wieder zum Instrument.
Für das Zentrum für zeitgemäße Lernkultur und Schulentwicklung war ich mit meiner Kollegin Anna Klein zuletzt zweimal zu Vorträgen unterwegs – zwei weitere folgen in 14 Tagen. Diese Woche haben wir uns mehrfach getroffen, um Anläufe und Inhalte durchzusprechen und vorzubereiten.

Die freie Zeit in den Ferien verbringe ich mit dem Korrigieren von knapp 120 Arbeiten, dem Umpflügen des Gartens und meinen verbliebenen Hobbys. Kein Wunder, dass der Blog gerade brach liegt.
Das Leben ist brutal voll – aber immer wieder stellen meine Frau und ich fest: Wir wollen das genau so. Wir wollen dieses volle Leben. Diese wilde Achterbahnfahrt mit Events und Terminen, verrückten Ideen und neuen Hobbys.
Wir achten gerade sehr darauf, uns nicht zu verlieren. Gemeinsame Nachmittage im Garten. Der ritualisierte Spiele-Sonntag mit den Kindern. Entspannte Abende auf der Couch.
Auch das ein Grund, weshalb das Blog zuletzt passiv wurde: Durch KI (oder LLM’s) wird so viel Text so beiläufig schnell erzeugt, dass ein Nischenblog wie dieses noch viel mehr in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Es fehlt vielleicht die Entsprechung eines „sozialen Netzes“ für Blogs: Blogparaden oder eine aktive Verbrüderung Verschwesterung der (alten? mittelneuen?) Medien gegen AI-Slop.

Vielleicht ist es aber auch umgekehrt: Gerade weil KIs immer mehr bedeutungslose Texte verfassen, freut man sich, einen Text zu lesen, den ein echter Mensch geschrieben hat und der gerade darum seine Bedeutung hat!
Vielen Lieben Dank für diese aufmunternden Worte!