Diese Woche, von Montag bis heute (Donnerstag), war ich im Rahmen eines Erasmus-Programms unterwegs in Holland. Zunächst haben wir uns in Leeuwarden die CSG Comenius Mariënburg angeschaut. Dienstagabend ging es dann nach Eindhoven, wo wir die Yuverta-Schule besuchten. Den Luxus des Herumreisens kann ich mir erlauben, weil meine Frau während der Zeit alles an Kinder-Care-Arbeit alleine übernimmt: Kita, Schule, Theaterkurs, Musikschule, Fahrdienste zu Verabredungen. Dazu Haushalt und Hunde und Garten. Unsichtbare Arbeit, während der Herr Gemahl durch die Welt reist.
Viele Eindrücke und Gespräche später bin ich platt. Hängen geblieben ist unter anderem, dass Schulleitungen in Holland nicht mehr unterrichten – bei mir sind das immer noch 17 von 25,5 Stunden, die ich unterrichte. Das ist ein bisschen schön – aber auch ein bisschen anstrengend.

An beiden Schulen hat uns der projektorientierte Unterricht im Besonderen beeindruckt und an beiden Schulen haben wir die Schulleitungen jeweils nach ihrer Vision gefragt, ihrem Bild von Schule in fünf Jahren, denn das ist es, was uns selbst immer wieder umtreibt und antreibt. Welche Idee haben wir eigentlich von moderner Schule? Von Lernen? Von zeitgemäßer Pädagogik?
Spannend sind außerdem andere Gebäude und deren zugrundeliegende Ideen für pädagogisches Arbeiten. Da haben wir sehr viel Inspiration gewonnen und werden hoffentlich Manches umsetzen.
Die Tage haben enorm Kraft gekostet. Gespräche, Diskussionen, Denkprozesse. Von morgens bis spät abends ist man zusammen und kommt kaum zur Ruhe. Für den Schulalltag ist „Schulentwicklung“ oft unsichtbare Arbeit. Und davon jede Menge: Die verantwortliche Erasmus- Kollegin hat nochmal das zigfache an Planung und Vorgesprächen da reingesteckt. Alles unsichtbar. Man bestaunt das Ergebnis lüftet den Hut.
Als ich heimkomme, drückt meine Frau mir den Schlüssel in die Hand.Sie muss arbeiten und ich sehe kaum mehr als die Rücklichter ihres Wagens.
Und auch ich bin direkt wieder unterwegs: Am Abend ruft die Kommunalpolitik, ich bin für die Grünen schließlich Mitglied des Verbandsgemeinderates. Also müssen sich die Kinder selbst Abendbrot machen, selbst ins Bett bringen und einen weiteren Abend auf mich verzichten.
Auch politische Arbeit läuft oft unsichtbar und kostet Kraft.
Zum Glück steht ein langes Wochenende an.
