Die letzten Wochen eines Schuljahres sind stets und für alle Beteiligten anstrengend: Den Zentralen Abschlussprüfungen und Abitur folgen Zeugniskonferenzen und Nachprüfungen und dann die Vergabe der Abiturzeugnisse und die Abschlussfeier der 10. Klassen.
Dazu laufen im Hintergrund die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr: 800 Kinder und 800 Stundenpläne heißt, dass wir jetzt schon wissen müssen, wer im kommenden Jahr was unterrichtet. Insbesondere mit Blick auf Vertretungskräfte, die z.T. erst im Sommer zu uns stoßen, ist das eine echte Herausforderung.
Das ist viel Arbeit, die aber inzwischen routiniert abläuft: Die Kollegen wissen genau, was sie tun sollen. Die meisten Kinder kennen ihre Matrikelnummer (wichtig zum wählen) und haben auch Ideen davon, was sie gerne machen wollen.
Dazu kommt, dass die Stimmung in meiner Klasse gerade sehr gut ist: Wir sind in einem sich-selbst-verstärkenden Prozess aus guter Laune, der auf verschiedene Unterrichte überschlägt: Die Kinder merken, dass Schule mehr Spaß macht, wenn alle dabei sind und Lust haben.
Die grundsätzlich positive Haltung erlebe ich auch in meinem Lernbüro: Obwohl alles schon gelaufen ist, arbeiten meine Achtklässler intensiv an letzten Projekten und jene, die nichts mehr zu tun haben, sitzen mit mir an einem Tisch und wollen „schonmal den Stoff der 9. Klasse hören“. Also beschäftigen wir uns eine geschlagene Stunde in kleiner Gruppe mit Pythagoras. 8. Klasse. Nachmittags um 15 Uhr. Eine Woche vor den Sommerferien.
In der letzten halben Stunde treffen wir uns mit dem Lernbüro eines Kollegen auf dem Schulhof: Gruppenspiele, Challenges und die notwendige Frotzelei sorgen für Herausforderung und gute Laune.

Ich beobachte Gruppen gerne beim Spielen: Wer wird von Ehrgeiz gepackt, wer kann zwischen Ernst und Spaß trennen? Wer zeigt sich schnell frustriert?
Passend dazu höre ich gerade das Hörbuch „The Score“ des amerikanischen Philosophen C. Thi Nguyen, über das ich beim nächsten Mal etwas erzählen will.
In jedem Fall geht es gerade mit Hochstimmung in Richtung Sommerferien. Die meiste Arbeit ist geschafft und das fühlt sich richtig gut an.
