Mein Büro, in dem ich viel Organisationsarbeit leiste und Gespräche führe, ist eigentlich nicht mein Büro, sondern unser Büro, denn ich teile es mir mit unserer didaktischen Leitung. Bisher wurde der Raum von zwei ausladenden Büro-Schreibtischen beherrscht.
Im Laufe der Zeit haben wir aber festgestellt, dass uns die Schreibtische nerven: Sie sind zwar praktisch, vermitteln aber auch den Charme von Büro und Arbeit und Papierbergen. Also haben wir nicht nur die Tische gestern rausgeworfen, sondern auch einen der PCs, die Monitore und überhaupt alles, was 90% der Zeit rumliegt. Aus den Tiefen der Schule haben einen ungenutzten, großen Konferenztisch besorgt und in den Raum gestellt. Außerdem für die Kallax-Regale Schubladen und Türen besorgt, um den notwendigen Papierkram außer Sicht zu verbannen und dem Raum mehr Offenheit zu geben, denn: Offenheit erzeugt Offenheit.

Die Kallax-Addons müssen noch aufgebaut werden, es fehlen noch ein paar Stühle und richtige Blumen und in die Mitte des Tisches muss ich noch ein Loch für die Kabelführung sägen. Den VerwaltungsPC, in den u.a. Noten eingetragen werden, haben wir auf einen Stehtisch in der Ecke des Raumes verbannt.
Die Papierarbeit wird im neuen Büro gewiss nicht mehr ganz effektiv ablaufen, dafür sind wir nicht mehr Stunde um Stunde hinter großen Bildschirmwänden verschwunden und – viel wichtiger – sehr oft suchen wir Räume für kurze Besprechungen und Konferenzen. Und das ist jetzt in unserem neuen Wohnzimmer viel mehr Raum. Und ja: Kühlschrank bleibt. Couch bleibt. Weinregal bleibt. Alles außerhalb des Schnappschusses oben.
Den ersten Aufschlag habe ich direkt gestern genutzt, als ich mich mit dem neuen Team 5 getroffen habe. Wie schon im letzten Jahr habe ich das Treffen weniger für das Ab-arbeiten organisatorischer Dinge genutzt, als mehr dazu, als Team zusammenzuwachsen.
Jeweils in Think-Pair-Share habe ich folgende Fragen in den Raum gestellt:
- Denke ich an das vergangene Schuljahr, haben mich folgende Situationen gestresst:
- In diesen Situationen habe ich mich überfordert gefühlt bzw. bin an meine Grenzen geraten:
- Das kann ich richtig gut. Das ist meine Stärke.
- Was ist mein blinder Fleck? Worin muss mein Co mich unterstützen?
- Was bereitet mir, im Hinblick auf das kommende Schuljahr, die größten Bauchschmerzen?
Immer wieder beobachte ich in solchen Gesprächsrunden: Offenheit erzeugt Offenheit. Es entsteht schnelll eine wertschätzende Gesprächsatmosphäre, die den Grundstein für eine erfolgreiche Arbeit in den kommenden Jahren legt. Ich freue mich drauf.
Nächste Woche kommt dann der Orgakram. Und auch die Kallax-Regale werden aufgeräumt. Und dann kommt auch ein Insta-fähiges, auf Hochglanz poliertes Foto.
