Die kommenden zwei Wochen verbringt meine 9. Klasse im Praktikum, danach beginnen in NRW die Herbstferien. Die vergangenen Wochen waren für die Schüler*innen einigermaßen intensiv: Innerhalb von vier Wochen musste die erste Klausurphase angegangen und überstanden werden – wer dann noch eine Woche wegen Erkältung verpasst hat, musste ganz schön ackern.
Meine Co und ich sind uns in vielen Dingen ziemlich ähnlich: Wir schenken unseren Kindern so viel Freiraum und Vertrauen wie möglich und werden gleichzeit schnell aktiv, wenn Regeln verletzt oder Absprachen nicht eingehalten werden.
Positiv überrascht hat uns, dass sich die gute Laune und Leistungsbereitschaft aus dem letzten Schuljahr über die Sommerferien hinweg gehalten hat. Um das zu feiern, haben meine Co und ich heute den Stundenplan umgeworfen und uns selbst in die letzte Stunde gesetzt. Wir haben uns, eine Dreiviertelstunde vor dem verdienten Wochenende, ausführlich für die vergangenen Wochen bedankt und ausgedrückt, wie viel Freude uns der Unterricht mit ihnen bereitet. Um das ganze ein wenig zu feiern, haben wir drei große Partypizzen bestellt und mit der Klasse die Füße hochgelegt: Bei Sonnenschein und bestem Wetter wurde Basketball gespielt, letzte Details fürs Praktikum bequatscht und Gruppen-Selfies gemacht.
Ich selbst bin ein bisschen wehmütig geworden, denn es herrschte exakt jene Stimmung, die man in vielen Abschlussklassen vorfindet, nachdem die letzten Klausuren geschrieben wurden und die Schulzeit sich dem Ende zuneigt: Alle sind entspannt, es wird gelacht und gequatscht. Schön und traurig zugleich.
Ich hoffe sehr, dass wir das in den kommenden zwei Jahren beibehalten können – aber ich bin gerade guter Dinge.

Diese Art von Anerkennung, Wertschätzung und dem Begegnen auf Augenhöhe wird bei den Schüler*innen lange nachwirken und einiges anstoßen, das finde ich sehr schön.