Inklusion

Schlittenfahren (mit Glasknochen)

P1100813Am Freitag entschlossen sich gleich vier Klassen meiner Schule dazu, im Siegener Umland Schlittenfahren zu gehen. Kalt, eine Menge Schnee und keine Klassenarbeiten mehr – ideale Bedienungen. Zumindest für die meisten Kinder.

Denn die einstündige Wanderung zum ‚Eisernhardt‘ durch verschneiten Wald war schon für das ein oder andere gesunde Kind eine Herausforderung – mit Rollstühlen nicht zu bewältigen. (Etwas stolz darf ich hier sagen, dass meine Klasse den Weg prima geschafft hat – gedenk der fünfstündigen Wanderung bei der Klassenfahrt konnten meine Schüler über diese Herausforderung nur müde lächeln..)

Auch das Schlittenfahren selbst ist für Menschen mit Glasknochen nicht ganz gefahrlos. Erst recht nicht mit über hundert Kindern auf dem Abhang.

Zunächst wird aber eine grundsätzliche Frage aufgeworfen: Kann/Soll ich mit 26 Kindern Schlitten fahren, wenn meine beiden Rolli-Kinder in der Schule bleiben müssen?

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Außenseiter.

Freitag hat meine Inklusions-Klasse an einem Projekttag zum sozialen Lernen teilgenommen. Dabei wurden Spiele gespielt, die das Klassenklima fördern und die Kommunikation untereinander verbessern sollen. Mittendrin statt nur dabei meine beiden Glasknochen-Mädels. Bei den wilderen Spielen haben sie fotografiert, ansonsten fleißig mitgewirkt und mitgezankt. Für einige ruhige Aktionen konnten sie sogar den Rollstuhl verlassen.

Irgendwann sollten

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Klassenfahrt mit Hindernissen 2 1

Klassenfahrt mit Hindernissen 2

Mein Handy vibriert unangenehm laut in der Stille meines Zimmers. Tamara will wissen, wie meine Nacht war. Und, ich schreibe es den unergründlichen Wundern des Katholizismus zu, in dem 1,60m langen Bett habe ich ganz wunderprächtig geschlafen.
Die 5er haben sich ebenfalls tadellos verhalten, berichtet sie. Ab 21 Uhr hatten wir sie in die Zimmer verbannt – ab 22 Uhr galt Nachtruhe. Und ausnahmslos wurde sich daran gehalten. Perfekt.

Auf dem Weg zu meiner Klasse begegne ich gutgelaunt Schwester Maria. Mit unergründlichem Blick starrt sie zuerst mein Nerd-T-Shirt an (darauf ist heute e in ‚Adrenalin‘-Molekül), dann mich. Himmel, denke ich, die Morgenandacht…
„Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen“, sagt sie. Eingeschüchtert nicke ich wortlos. „Das Frauenzimmer, welches Sie heute morgen angerufen hat…“, fährt sie fort und mein Herz setzt aus. Ich erwarte Ärger, doch Schwester Maria deutet mit dem Finger auf mein T-Shirt: „Da hätte ich auch Adrenalin im Blut…“
Sie grinst verschmitzt und ich mache, dass ich davon komme.

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