Was ist das OneNote-Projekt?

Warum schreibt ein angehender Lehrer einen Blog? Hat der nichts besseres zu tun?

Genau.

Während meines Studiums habe ich mit Kommilitonen eine Lösung entwickelt, wie wir – als Lehrer – stets auf das gesammelte Material, die Unterrichtsstunden etc. der anderen zugreifen können, ohne jedoch Zeit mit Datentransfers oder dem Einsortieren von Material oder so vergeuden zu müssen.

Microsoft istLdM auf unser “Projekt” aufmerksam geworden und ich bin in deren “innovative teachers”-Netzwerk im September 2009 zum “Lehrer des Monats” gekürt worden.

Ziemlich cool für jemanden, der noch nicht mal Lehrer ist, oder?

In diesem Blog möchte ich einerseits berichten, wie sich unser Projekt bisher geschlagen hat, als auch informieren, wie es sich zukünftig im harten Berufsalltag mit täglichen Änderungen und mehr Kollegen beweist.

Worum gehts…?

Insbesondere zu Beginn des Lehrerberufes hat man ja nicht viel zu lachen: Jede Stunde muss beim ersten Mal „erfunden“ werden. Statt auf Erfahrung und in alte Ordner blickt man auf leere Blätter. Zwar gibt es im Ansatz Fundgruben im Internet, am Ende hat man bei solchen Sammelstellen aber höchstens ein, zwei Ideen gewonnen – verbunden mit einer zeitaufwändigen Suche. Darum dieses Projekt.

In einem Satz beschrieben: Das OneNote-Projekt bietet Kollegen untereinander Zugriff auf alle vorbereiteten Unterrichtsstunden, alle erstellten Arbeitsblätter – ja, das gesamte Material, so man will. Und gleichzeitig hat man selbst Zugriff auf das gesamte Material der Kollegen. Anschaulich kann man sich das so vorstellen: Jeder Lehrer hat zu Hause ein Regal vollgestellt mit Ordnern, in denen die OHP-Folien sortiert sind, die Stundenskizzen und alles Mögliche an Material, dass sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Das OneNote-Projekt bietet einem gewissermaßen die Möglichkeit, zu jeder Zeit auf die Regale der Kollegen zuzugreifen.

Das „OneNote Projekt“ ist nun so konzipiert, dass es sowohl zu zweit, als auch mit 20 Kollegen funktioniert – man braucht also keine kritische Masse oder eine Mindestteilnehmerzahl. Dabei ist uns wichtig, das Ganze ohne nennenswerten Aufwand zu realisieren. Das Material wird im Hintergrund aktualisiert – ich will nichts aktiv einordnen oder sortieren, keinerlei Zeit auf Administration des Netzwerks verschwenden, sondern kann mich zu 100% auf meinen eigenen Stoff konzentrieren und bei Bedarf im Material der Kollegen stöbern. Dies wird aus dem Paper heraus deutlich, welches du rechts bei den Links findest.

…und in der Praxis?

Seit Dezember 2007 bewährt sich das Projekt auch praktisch. Durch Praktika und Materialsammlungen sind bisher knapp 100 Schulstunden und einiges an Hintergrundmaterial zusammengekommen – wohlgemerkt: Vor dem eigentlichen Dienstantritt. Alles wird ohne nennenswerte Schwierigkeiten synchronisiert.

Ohne jeden Aufwand. Ohne Kosten.

Klingt toll, ne? :-)

Fragen/Kommentare/Kritik/Feedback sind unbedingt erwünscht!

Und wenn du oben bei den Schlagworten auf “OneNote” bzw. “OneNote-Projekt” klickst, siehst du alles, was ich über dieses Programm bzw. das Projekt geschrieben habe.

17 Responses to Was ist das OneNote-Projekt?

  1. Tom sagt:

    Na dann mal viel Spaß hier.

  2. Pingback:Learning via Web – Lernen und Lehren im Netz - Unterricht muss Online sein? Hoffnung und Skepsis auf Lehrerblogs

  3. Pingback:OneNote-Projekt – ein Zwischenfazit « …ein Halbtagsblog…

  4. Pingback:Wieder was gelernt – Tag 6 bis 9 « Schwamm drüber!

  5. Susi sagt:

    Hi, bin Mathelehrerin und am Überlegen, wie ich das strukturell aufbauen soll. Eine Unterteilung nach Klassen scheint mir wenig sinnvoll, da wir durch G8 und G9 Verschiebungen in den Lehrplänen haben. Ist es sinnvoll ein Geometrie Notizbuch zu haben oder eher je ein Notizbuch für Strahelnsätze, Winkel an Geradenkreuzungen, etc. Hast Du da ne sinnvolle Unterteilung gefunden oder kennst Du jemanden der eine hat?
    LG

    • Jan-Martin Klinge sagt:

      Hallo,
      ich kann diese Problemstellung nachvollziehen, bin ihr bisher aber nur in Ansätzen begegnet: Ich habe tausende von Arbeitsblättern in OneNote eingearbeitet – in der Sortierung folge ich der Vorgabe der Verlage. Das führt z.T. zu einer Aufspaltung von Themen, der ich selbst gar nicht folge. So sind die Kongruenzsätze in meinen Arbeitsblättern erst in Klasse 8 zu finden – ich selbst habe sie dieses Jahr aber schon in Klasse 7 eingesetzt.
      Grundsätzlich ist es bei OneNote aber möglich, einzelne Seiten oder Abschnitte zu kopieren und/oder zu verschieben.
      Am praktischsten ist vielleicht, mit den Eintragungen einfach dem eigenen Unterricht zu folgen und das Notizbuch so Stück für Stück zu füllen. Das eingefügte Material dann in zwei, drei Jahren zu kürzen bzw. auszufüllen ist dann eine Sache von Minuten.

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  7. Pingback:OneNote–Projekt–Video-Tutorial « …ein Halbtagsblog…

  8. Hans sagt:

    Hallo Jan-Martin ,

    Danke für deine Ideen.
    Habe aber noch ein Problem mit Onenote das ich noch nicht gelöst habe. Ich habe bisher jede Menge PDF, Doc, etc. in einer Ordnerstruktur. Wenn ich diese alle in Seiten einbette, sprich eine Kopie speichere, wie komme ich recht schnell wieder an diese Einzeldateien ran??? Ich weiß rechte Maus auf das Dokument “speichern unter” aber bei vielen eingebetteten Datei kann das sehr müßig werden , wenn man in Zuklunft vielleicht die Plattform wechselt.
    Hast du eine Idee?

    Herzlichen Dank im Voraus.

    • Alle Einzeldateien gleichzeitig?
      Die finden sich bei mir im Verzeichnis “C:\Users\Jan-Martin Klinge\AppData\Local\Microsoft\OneNote\14.0\OneNoteOfflineCache_Files”. Sind aktuell etwas mehr als 63.000 Dateien.

      Plattformen wie OneNote bzw. Evernote sind ja noch relativ junge Programme. Ich vermute, dass eine größere Kompatibilität zukünftig gegeben sein wird. Sollte man irgendwann wechseln wollen, wird es dafür sicherlich irgendein Linux-Tool geben :-)

      • Hans sagt:

        MMhh damit habe ich derzeit meine größten Probleme/Bedenken. Wenn man an Kollegen (die nicht Onenote nutzen) die eingebetteten PDF´s im Original weitergeben will, ist es umständlich. Was passiert wenn Onenote nicht weiterentwickelt wird? Deshalb bin ich überlegen ob ich den Schritt machen soll. Was ein haufen Arbeit wäre…..aber den Unterricht bereichern würde.
        Schade das Onenote die Notizen und die dazugehörigen Dateien nicht in ein Art Container-File legt.
        Linux, da wäre mir eine App für Android lieber :-)

        Noch eine Frage sicherst du die 63.000 Datei auch noch, bestimmt nicht, die sind doch in den xxx.one gespeichert, oder?

        Auf jeden Fall mal tausend Dank, dein Blog hat den Stein ins Rollen gebracht!

        • Vollstes Verständnis!
          Selbst wenn OneNote nicht weiterentwickelt würde, hindert dich das ja nicht am Einsatz, oder? In vielen Firmen arbeiten ja Rechner noch mit Windows 95, weil irgendwelche bestimmten Programme eben genau darauf noch laufen.

          Eine erste App für Android gibt es bereits – MobileNoter SE damit kann man OneNote Daten auf Android zumindest lesen. :-)
          Die 63.000 Daten müssen nicht gesichert werden – das macht OneNote automatisch. Sowie er alle Notizbücher einliest, legt er alle eingescannten Bilder und Dokumente sowie alle eingefügten Dateien in diesem Cache-Ordner ab.

  9. Sascha Friedl sagt:

    Ich würde mir um die Sicherung schon gedanken machen. Weil, wenn so etwas zum Beispiel durch einen ausfall deiner Festplatte weg ist ist es weg.
    Lösungsansätze:
    - One Note Dateien auf ein Raid System legen
    - One Note Dateien in die Cloud legen.
    – skydrive ist der Cloudspeicher von MS (allerdings ließt MS mit)
    – einen Ansatz wäre noch MS Office 365 und den dort verfügbaren Sharepoint zu nutzen. Dort kann man Benutzerrechte verwalten und könnte für den gesamten Mitarbeiter/Lehrerkreis Konten anlegen.

    Zum Thema mobile App: Für Android ab 2.3 gibt es einen nativen OneNote Client.

  10. Basti sagt:

    Hallo zusammen,

    ich habe auch noch Bedenken beim Einsatz von Onenote zur Strukturierung meines Unterrichts. Im Moment arbeite ich mit einer gut überlegten Ordnerstruktur im normalen Dateiexplorer. Dort finde ich so auch schnell alles. Zur Not bleibt ja auch die Windowssuche, die durchsucht ja auch Dateiinhalte.

    Vorteil der normalen Ordnerstruktur:
    + einfach mit USB-Stick zu synchronisieren und somit offline immer am Schlüsselbund mit dabei
    + keine Zusatzsoftware nötig um die Dateien vom USB-Stick zu öffnen (Word, excel, PDF-Reader ist heute ja überall installiert, Onenote leider nicht)
    + Alle Kollegen können sehr einfach meine Dateien vom USB-Stick kopieren und nutzen.

    Vorteile von OneNote:
    + Dokumente werden direkt angezeigt ohne Sie öffnen zu müssen. Original ist zusätzlich vorhanden für optimalen Ausdruck von z. B. Arbeitsblättern.
    + Man kann sehr schnell Notizbücher oder Teile davon für jeden im Skydrive freigeben und somit teilen.
    + Man kann sehr schnell Notizen zu Dokumenten hinzufügen
    + Brainstorming, Material sammeln und erarbeiten neuer Ideen für neue Unterrichtsstunden lässt sich wesentlich besser organisieren ohne die Übersicht zu verlieren bei umfangreichen Unterrichtsprojekten

    Die Abwärtskompatibilität zu meinen Kollegen (da steigt sicher keiner um auf Onenote) ist mir sehr wichtig. Das lässt sich also mit Onenote nicht zufriedenstellend erledigen. Viel zu umständlich wenn die Daten alle in Oneote eingepflegt sind. Da ich das aber oft machen müsste fällt Onenote wohl einfach flach.

    Aber ich finde die Vorteile von Onenote auf der anderen Seite doch so elegant, dass ich noch am Grübeln bin. Optimal wäre vielleicht doch eine Verlinkung zu den Dateien aus meiner Ordnerstruktur ohne Sie in Onenote zu kopieren. Wichtig hierbei wäre dann, dass sich die Verlinkungen dynamsich anpassen würden wenn ich an meiner Ordnerstruktur was ändere, aber das wird sicher nicht gehen.
    Was mir außerdem auch auffällt ist, dass in Onenote durch das kopieren der Dokumente ja sehr viele redundante Daten anfallen?!

    Vielleicht splitte ich auch einige Dinge auf die ich mit Onenote erledige, wie z. B.:
    -> Unterrichtsvorbereitung, Materialsammlungen (Bilder, Internetrecherche, Ideensammlung, Kram)
    -> digitales Logbuch (Klassenbuch; wie weit bin ich, in welcher Klasse, wann, gekommen?)
    -> gesamten sonstigen organisatorischen und verwaltungstechnischen Krimskrams

    Datei-Explorer von Windows:
    –> Unterricht mit allen zugehörigen Dokumenten sortiert nach Fach und Jahrgang in Windows Ordnern.

    Eine Lösung meine Windows Explorer Ordnerstruktur beizubehalten und parallel diese in Onenote sortiert verwenden zu können wäre DIE LÖSUNG!

    • Auf deine unten vorgeschlagene Lösung läuft es am Ende vermutlich hinaus.
      Ich habe vielleicht 30.000 Arbeitsblätter, die so vielsagende Namen tragen wie s234fkj2.doc – bspw. allein zum Bereich “Spannung” in der Physik sind es knapp 30 Arbeitsblätter. Wenn ich die alle in einem Explorer-Ordner liegen hätte, wäre mir damit nicht gedient.

      Was das tauschen mit (alten) Kollegen angeht: Das hält sich eh in Grenzen. Die meisten alten Hasen haben ihre Leitz-Ordner und ihr Material und arbeiten damit. Die brauchen von mir sowieso nichts. Und bei denen ist da so viel nicht digital und wenn – binde ich es in OneNote ein.
      Ich bin da einfach egoistisch – ich will kein Papier im Arbeitszimmer und kann nach wie vor binnen Sekunden jedes Arbeitsblatt und jede je gehaltene (und dokumentierte) Stunde hervorzaubern.

      • Basti sagt:

        Aber wieso klappt das finden von Arbeitsblättern über eine Explorer-Ordnerstruktur nicht genau so leicht wie mit Onenote? Ob die 30000 dateien jetzt in Onenote durchsuchbar sind oder in sortierten Explorer-Ordnern? Meine Explorer-Ordner Struktur ist eigentlich genau so aufgebaut wie deine struktur in Onenote nur eben ohne Vorschau und Zusatzinfos, aber durchsuchbar über die Windows suche.

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