Nerd-Humor (11)

3. Dezember 2009 7 Von Jan-Martin Klinge

Zum dritten Dezember meines Blog-Weihnachtskalenders öffnet sich ein Türchen für alle Nerds. Alle Nerds? Nein, nur ein paar ganz, ganz wenige.

Woran merkt man, dass man Nerd ist? Man lacht zum Beispiel über Witze, die alle anderen dämlich finden.

Zu Beginn meines Mathematikstudiums habe ich mir geschworen, mich sofort zu exmatrikulieren, wenn ich beginne, über eine bestimmte Art von Witz zu lachen.

Ein Beispiel:

Die Funktionen feiern eine Party. Alle haben spaß nur die e-Funktion sitzt alleine in der Ecke. Kommt die Parabel zu ihr: „Mensch e-Funktion, integrier dich doch mal“ Darauf die e-Funktion resigniert: „Das würde doch auch nichts bringen“

Nicht lustig? Zugegeben, die Pointe ist eher platt und wird wohl schon in der Schule rumerzählt. Vielleicht ist er deswegen etwas abgedroschen.

Der Punkt ist der: Man sagt speziell Ärzten – und im Besonderen: Chirurgen – nach, einen besonders makaberen Humor zu entwickeln. Immer mit der Entschuldigung „die müssen ja kompensieren, was sie da tagtäglich erleben.“

Und wir Mathematik-Nerds? Müssen wir etwa nichts kompensieren?

Tag für Tag, Woche für Woche lesen wir Bücher, anhand deren Titel normale Menschen keine Rückschlüsse auf den Inhalt ziehen können. Hier ein Beispiel eines solchen Buches meines ehemaligen – und sehr geschätzten – Professors für Stochastik, an dem ich sogar in bescheidenem Maße mitwirken durfte.

Wir Mathematik-Nerds sind zertreut (ich lasse hin und wieder den Haustürschlüssel außen stecken und suche ihn dann später wie bescheuert) und umgeben von anderen Naturwissenschaftlern, die stets sagen: „Mathematik? Pah! Das ist doch nur eine Hilfswissenschaft…!“

Es scheint, als reagiere jede Berufsgruppe mit ihrer eigenen Form von Humor auf den ihr typischen Alltag.

Ich bitte also um ein gewisses Verständnis, wenn ich nun einen der coolsten Scherze erzähle, die die Analysis je hervorgebracht hat. Die Pointe ist der Hammer!

„Sei ε < 0.“

In diesem Sinne, fröhlichen dritten Dezember.