Mathematik in der Willkommensklasse

Mathematik in der Willkommensklasse

Ich habe in unserer Willkommensklasse immer wieder zwischendurch Mathematik unterrichtet.

Mit schwer traumatisierten Kindern zu arbeiten zieht eine ganze Reihe von Folgen nach sich, die ich an dieser Stelle aussparen möchte – stattdessen will ich einige – für mich hilfreiche – Lehren weitergeben.

Die Kinder einer solchen Klasse sind extrem unterschiedlich geprägt. Es gibt Kinder, die einer Privatschule entstammen und über gute mathematische Kenntnisse verfügen und solche, die in ihrem Leben noch nie eine Schule besucht haben. Zusätzlich zu den sprachlichen Schwierigkeiten empfand ich die extreme Heterogenität der Gruppe als besonders herausfordernd.

Es erscheint mir unsinnig, die Prozentrechnung an der Tafel einzuführen, wenn ein Teil des Kurses nicht einmal das Konzept der Brüche verstanden hat, während andere damit völlig unterfordert wären. Ein solches Vorgehen führt zu Frust und damit einer Verweigerungshaltung und Unterrichtsstörungen.

Stattdessen habe ich mit PowerPoint eine Art Lerntheke erstellt, die ich mehrfach nutzte.

imageAusgehend von dem Buch “10 Minuten Mathe-Rep” vom Aulis Verlag habe ich haufenweise A5-Karten erstellt, sortiert jeweils nach den Klassenstufen 5/6 bzw. 7/8 bzw. 9/10 und den Schwierigkeitsgraden grün, gelb und rot.
Auf jeder Karte befinden sich 10 kleine Aufgaben, die man innerhalb von 10 Minuten ohne Taschenrechner zu lösen imstande sein sollte. Sie werden an unserer Schule inzwischen auch als Vertretungskonzept in allen Klassen benutzt.

Mit diesen Karten kann ich nun wunderbar differenzieren: Wer nie in Berührung mit Mathematik gekommen ist, bekommt grüne Karten aus 5/6 – Fortgeschrittene aus höheren Jahrgängen.
Weil die Karten einem Repetitorium entstammen, ist der sprachliche Anteil marginal, gleichzeitig werden Grundkenntnisse abgeprüft.

Das löst nicht alle Probleme und es bleibt weiterhin schwierig – aber einiges wird einfacher.

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