Ein imaginärer Streit

Ein imaginärer Streit

Wir fahren in Urlaub. Stundenlang. Hinten schauen meine zwei Töchter abwechselnd auf dem Tablet Serien oder naschen Reise-Brote. Und zwischendurch, wenn sie sich nicht streiten, spielen sie gemeinsam. Es wird abwechselnd gezählt oder “Ich sehe was, was du nicht siehst” gespielt. Irgendwann werfen sie sich einen imaginären Ball zu. Innerlich zähle ich die Sekunden. “Oh nein, er ist runtergefallen!”, brüllt die Kleine plötzlich. “Wo ist er?”, kreischt die andere. Aus Spaß wird schnell so ein typisches Geschwister-Ding. “Der Ball ist weg”, jammert die eine, “hier ist er!” – “NEIN! Das ist er GAR NICHT!”

Vergeblich versuchen wir von vorne zu intervenieren – aber keine Chance. Genervt suchen wir den unsichtbaren Ball im Auto. “Hat er Sterne oder Herzen drauf?”, mache ich – unüberlegt und dämlich – das nächste Fass auf. “Sterne!”, ruft die eine, “Herzen!!!”, die andere. Oh man. Während wir Richtung Frankreich brausen und einen unsichtbaren Ball mit aufgedruckten Sterzen suchen, bleibt die Stimmung aber gut.

Sind ja nur noch zwölf Stunden Fahrt.

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