Das Internet vergisst nichts…

30. Januar 2010 4 Von Jan-Martin Klinge

Vor einigen Tagen kommentierte jemand in deutlichen Worten einen meiner Blogeinträge. “Wie könne ich nur” und “das Internet vergisst nichts” und in zehn Jahren würde ich “jede Zeile bereuen”, die ich hier veröffentlichen würde. Und überhaupt, wer interessiere sich schon für meinen gebrochenen Zeh?

Man könnte die Frage stellen, weshalb er meinen Blog kommentiere, wenn es ihn nicht interessierte – aber das würde am eigentlichen Thema vorbeigehen.

Die Frage ist, wie gehen wir zukünftig mit dem gewaltigen Datenspeicher des Internet um?

Ich möchte hier auf einen Beitrag von Sascha Lobo im Spiegel aufmerksam machen, der sich damit auseinandersetzt. Insbesondere folgenden Zeilen sind mir im Gedächtnis geblieben.

“Gehen wir also […] dorthin, wo die Überforderung jeden Tag stattfindet: in die Büros, in die Redaktionen, in die Parteien, zu unseren Eltern gewissermaßen, die vor ihren Bildschirmen sitzen und nicht weiterwissen […]. Erklären wir ihnen, weshalb wir seltsame Fotos von uns ins Netz stellen und trotzdem erwarten, dass unsere zukünftigen Arbeitgeber nicht in diesen manchmal öffentlich zugänglichen, aber privaten Daten herumschnüffeln. Es würde ja auch niemand gern bei einer Firma arbeiten, die den Hausmüll eines Bewerbers durchwühlt, selbst wenn die Tonne vor der Tür steht. […] Erklären wir ihnen, dass der Unterschied zwischen der Veröffentlichung der eigenen Daten und der staatlichen Überwachung der gleiche ist wie der Unterschied zwischen "sich im Klo einschließen" und "im Klo eingeschlossen werden". Es geht um die Freiwilligkeit, also die Kontrolle über die Daten, zu denen andere Zugang erhalten.”

Wenn die Besucherzahlen dieses Blogs gegen 0 streben, werde ich bestimmt aufhören. 🙂