Einschulung.

4. Juli 2011 3 Von Jan-Martin Klinge

Meine Tochter wird im November sechs Jahre alt.
Sie ist so ein “Zwischenkind”. Sie kann jetzt schon in die Schule gehen, aber sie kann auch noch ein Jahr Kindergarten genießen. Meine Frau und ich sind da unsicher.
Einerseits kann sie schon ansatzweise Lesen und im Zahlenraum bis 15 rechnen – andererseits neigen Eltern eher dazu, ihre Kinder zu überschätzen, nicht wahr? (In Wirklichkeit kann sie also gerade MAMA krickeln und bis drei zählen.. *g*) Dazu kommt, dass sie einen Kopf größer ist, als gleichaltrige. Wir ahnen, woher es kommt.
Wenn ich jedoch an die weiterführende Schule denke, bin ich unsicher, ob es so klug ist, ein Jahr jünger zu sein, als der Rest. Wiederholer mit eingerechnet sind da zwei bis drei Jahre Altersunterschied in einer Klasse vorhanden.

Die einen haben gute Erfahrungen – entweder selbst oder mit den eigenen Kindern – gemacht, die anderen raten wiederum davon ab. Ich selbst tue mir arg schwer mit der Entscheidung. Erziehung ist ja vom Gefühl her immer so, dass man im Grunde alles falsch macht.

Neulich saßen wir gemeinsam mit Freunden zusammen und erzählen von unseren Zweifeln.

“Weißt du”, wirft jemand ein und versucht Carolina zu überzeugen, “mein Enkel wollte lange nicht in die Schule – aber jetzt freut er sich drauf. Denn nur wenn man in die Schule geht, bekommt man auch Ferien!”

Carolina schaut irritiert.

“Ja”, ruft meine Frau aus dem Keller der Küche, “schau dir nur den Papa an, der hat doch ständig frei!”