Ein Rätsel

2. Juni 2012 54 Von Jan-Martin Klinge

Diesen Montag kam mein Freund Nils auf mich zu und erzählte mir eine spannende Geschichte: Sein Professor wäre mit einem Rätsel auf ihn zugetreten, welches Grundschulkinder im Allgemeinen ziemlich zügig lösen würden und Frauen nach wenigen Minuten. Männer bräuchten seiner Erfahrung nach deutlich länger aber am schlimmsten sei es mit Mathematikern, die seien außerstande, der Lösung auf die Spur zu kommen.

Nun war meine Neugierde geweckt. Ich wollte wissen, worum es ging und ob ich mehr Mathematiker als Mann sei. Folgende Reihe von Zahlen sei gegeben:

1, 11, 21, 1211, 111221, 312211, …?

Welche Zahl kommt als nächstes?

Natürlich liegt in Zeiten von Google und Wikipedia die Versuchung nahe, sofort auf die Lösung zu schielen.
Ich möchte an dieser Stelle aber an den populärsten Artikel dieses Blogs überhaupt erinnern: “Mathematik ist wie… dieses Bild”: Nicht die Lösung ist das Entscheidende, sondern der Prozess dahinter. Das Nachdenken, grübeln, Lösung finden. Lasst euch Zeit beim Denken. Genießt das Grübeln, die Lösung ist nicht schwer (zumindest für die Leserinnen dieses Blogs).
Mein Kollegium jedenfalls denkt und forscht und erfreut sich daran. Ein Schüler hatte tatsächlich nach gut zwanzig Minuten die Lösung. Ähnlich wie bei dem Bild gibt es auch hier genau eine Lösung und wenn man es weiß, ist man sich ganz sicher. Wenn man “vermutet” oder “rät”, dann ist es ziemlich sicher falsch.

Also: Kinder recht flott, Frauen zügig, Männer lahm, Mathematiker gar nicht.