Hunde & Kinder & Erziehungsspielchen

Hunde & Kinder & Erziehungsspielchen

7. April 2016 3 Von Jan-Martin Klinge

IMG_20160404_182141Wir besitzen einen Australian Shepherd.

Das sind amerikanische Schäferhunde, die in der Größe zwischen Schäferhund und Dackel angesiedelt sind. Obwohl ich großes Vertrauen in den Hund habe, behalte ich stets im Hinterkopf, dass er letztlich genau das ist: Ein Hund.

Vor einigen Jahren las ich in der Zeitung den Artikel eines Mannes, der vom Hund seiner neuen Freundin gebissen worden war. Um seine Stellung im Rudel zu festigen, tat der Mann so, als wolle er aus dem Napf des Hundes fressen – was diesem überhaupt nicht gefiel.

Hundeerziehung läuft ähnlich erfolgreich oder –los ab, wie Erziehung in der Schule. Bitte ich als Lehrer immer wieder folgenlos um Ruhe, werden die Schüler mich irgendwann völlig ignorieren. Gleichsam, wenn ich einem Hund ständig Befehle zurufe, deren Einhaltung aber nicht erzwinge. Das ist mit Kindern im Haushalt schwieriger. “Komm, Bailey, komm! Jetzt komm aber. Komm! Bailey? Komm! Komm jetzt!”

Irgendwann hört der Hund gar nicht mehr zu.

Das Problem mit schlecht hörenden Hunden ist, dass irgendwann die Rangfolge des Rudels unscharf wird. Aus schlecht hörenden Hunden werden schlecht erzogene Hunde.

Mit Carolina habe ich deswegen einige Spiele eingeübt, die sie gelegentlich mit unserem Hund spielt. Zum Beispiel legt sie ihm zuweilen etwas Wurst vor die Pfoten, lässt ihn das aber (“Aus!”) nicht fressen. Erst nach einer Weile. Zwischendurch treibt sie das auf die Spitze, legt die Wurst Bailey auf die Pfoten oder sogar auf die Nase.

Das mag gemein anmuten, hat aber zur Folge, dass sich der Hund seines Ranges vollkommen klar ist: Erst, wenn die Chefin sagt, dass ich darf, darf ich auch.

Meine Jüngste wird noch eine Weile brauchen, bis sie das versteht. Bis dahin heißt es “Komm! wauwau! komm!”