Hochzeitstag

Heute feiert meine Frau ihren 16. Hochzeitstag und hat mich eingeladen, mitzufeiern.

Vor einigen Monaten erhielten wir die Anfrage eines Fernsehsenders, ob wir nicht in einer Family-Doku über Ehepaare mitwirken wollten. Die Frau Pfarrerin und der Herr Lehrer. Dazu zwei zauberhafte Töchter. Wie im Bilderbuch.

Von außen betrachtet.

Weil wir ein ansonsten recht  hektisches und arbeitsames Leben führen, lassen wir die Handys heute den ganzen Tag abgeschaltet (zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren) und nehmen uns viel Zeit mit- und füreinander.

Sechzehn Jahre sind eine lange Zeit voller Erinnerungen. Die besten davon haben mit unseren Kindern zu tun. Wir lassen die vergangenen Jahre und wesentlichen Weichen Revue passieren. Welche Entscheidungen waren gut, welche haben sich im Nachhinein als falsch herausgestellt? Wie betrachten wir unsere Berufe? Wo sehen wir uns in fünf Jahren? In zehn? Was verschieben wir unnötigerweise? Was macht uns eigentlich aus?

„Später“, hat mir eine Freundin mal gesagt, „heißt nicht besser. Es heißt nur, dass man weniger Zeit hat. Und das ist nicht besser.“

Heute feiern wir. Uns. Frühstücken lang und ausgiebig mit den Kindern. Laufen viele Kilometer durch unseren wunderbaren Wald.

Heute abend gehen wir essen. Das tun wir selten, weil meine Frau wirklich abgefahren gut kocht. Die Kinder bleiben zu Hause bei den Großeltern. Wie im Bilderbuch.

Auch von innen.

Auf die nächsten sechzehn Jahre! Aber ohne Doku.

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