Meine wunderbarste große Tochter hat einen Roman geschrieben. Sie hat sich dabei viel Mühe gegeben und ihn mittlerweile sogar zweimal redigiert. In den vergangenen Monaten hat sie ihn ihren Freundinnen vorgelegt und um Kritik und Ideen gebeten.

Nur zwei Leute widersetzen sich hartnäckig der Lektüre: Ihre Eltern.

Immer wieder nehmen wir uns vor, das Buch durchzulesen aber immer wieder gibt es Dinge, die sich in den Vordergrund drängen.

Irgendwann war es ihr zu blöd und sie hat sich im Internet einen Verlag rausgesucht und ihm das Dokument eigenmächtig geschickt.
Umso größere ihre Genugtuung, als sie eine postalische Antwort erhielt: „Das klänge ganz wunderbar und man wäre an einer künftigen Zusammenarbeit interessiert.“

Natürlich freue ich mich für sie. Aber ich muss mir gerade auch tagtäglich anhören, dass „nicht einmal meine eigenen Eltern an mich glauben! Während diese Genies im Verlag…“ und so weiter.

Kein Wort des Dankes, dass sie bei uns ein Dach über dem Kopf hat. Oder das ich ihr den Computer geschenkt habe, auf dem sie ihren Roman geschrieben hat.

Aber ich schätze, das haben wir verdient.