Heute feiert meine Frau ihren Geburtstag.
Vor Wochen schon hat sie sich eine Kommode in ihrem Lieblingsladen ausgeguckt und immer wieder dezent darauf hingewiesen, wie hübsch dieses Möbel in unser Haus passen würde. Ich bin tendenziell ein schlechter und unaufmerksamer Schenker, aber in diesem Jahr wollte ich es besser machen.

Von ihr unbemerkt habe ich die Kommode im Laden längst reserviert und als sie mich dann irgendwann mit Nachdruck in das Geschäft schickt („Wie deutlich muss ich noch werden? Fahr da jetzt hin!“) , komme ich mit der enttäuschenden Nachricht zurück, das Möbelstück sei leider schon reserviert worden. „Grrrr! Warum bist du nicht früher hingefahren?“, blafft die wunderbarste Ehefrau von allen mich an. Und auch in den nächsten Tagen bekomme ich den ein oder anderen eisigen Kommentar zu hören. Mehr als einmal bin ich kurz davor, ihr zu erzählen, dass ich „die blöde Kommode doch habe!!!!!!“
Aber natürlich ahne ich, dass meine Frau mir früher oder später auf die Schliche kommen wird. Im nächsten Schritt nutze ich einen freien Abend, um mit Schwiegerpapa und ältester Tochter das schwere Ding nach Hause zu holen und unter Decken und Kisten tief im Keller zu verstecken.
Gleichzeitig erzählen wir der Jüngsten unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit, dass wir der Mama einige Bücher schenken, aber das dürfe sie „auf gaaaaar keinen Fall erzählen!“. Wohlwissend, dass Fünfjährige gar nichts für sich behalten können. Außerdem werden Geschenkpapierschnipsel scheinbar unachtsam liegengelassen.
Ich vermute, dass auch das nicht ausreichen wird und so setze ich an diesem Abend ein ganz enttäuschtes und schlecht gelauntes Gesicht auf: „Ach, ich wollte was für deinen Geburtstag vorbereiten, aber das hat nicht geklappt.“
Anstatt nachzuforschen, tröstet mich die zauberhafteste Ehefrau von allen, spielt die Bedeutung ihres Geburtstages herunter und verschiebt ihre Neugierde auf den nächsten Tag. Da zitiert sie aber ohne Scham unsere Jüngste heran: „Sag mal, was hat der Papa eigentlich gestern gemacht, hm? Weißt du, wo er war?“ – („Nein Mama, ich darf dir nicht sagen, ob du Bücher bekommst!“)

Die Vielzahl an Fehlinformationen, falschen Hinweisen und scheinbarer Untätigkeit meinerseits war mir innerlich ein großer Spaß. Dass ich ihr heute die Kommode schenken konnte, war angesichts der vorangegangenen Kommentare eine besondere Genugtuung.
Ihr schlechtes Gewissen werde ich ausnutzen – aber erst morgen!