Morgen steht bei uns Elternsprechtag an. Wegen der aktuellen Corona-Infektionszahlen führen wir ihn, wie viele andere Schulen auch, digital durch. Eine kurze Beschreibung des Prozedere mag gegenwärtigen und zukünftigen Lesern eine Hilfe sein.

Als Schule arbeiten wir mit Microsoft Office 365 mit der der kostenlosen A1 Lizenz. Bestandteil des Pakets sind neben dem Messenger „Teams“ und der Office Suite (Word, PowerPoint, Excel) auch unendlich viel Speicherplatz für jeden Schüler und eine Reihe von weniger bekannten Tools. Auf der Administratorebene gibt es noch viele weitere Programme – eines davon heißt „Microsoft Bookings„. Damit lassen sich Gespräche mit Mitarbeitern vereinbaren. Als Zeitrahmen sind bei uns 10 Minuten vorgesehen und als Mitarbeiter sind alle Kolleginnen und Kollegen eingepflegt worden.

Digitaler Elternsprechtag 1Zehn Minuten reichen meiner Erfahrung nach aus. Wichtige Gesprächsanlässe werden eher außerhalb des Elternsprechtages wahrgenommen und für einen kurzen Leistungsbericht und eine Wasserstandsmeldung reicht die Zeit aus.

Spannend zu sehen, dass die Planung des Tages bei Eltern und Kollegium auf hohe Akzeptanz stößt. Mit jeder Buchung fällt automatisch ein Zeitslot weg.

Problematisch dagegen: Wir haben überall Klassenlehrerteams. Bucht man bei meiner Co einen Termin um 12 Uhr, dann bin ich weiterhin frei verfügbar. Manche Eltern buchen uns dann doppelt, andere wissen, dass wir die Gespräche im Team durchführen. Das erfordert von uns im Nachhinein etwas Justiererei im Kalender: Nachdem meine Co von 14-15 Uhr mit Gesprächen belegt wurde, erstellt sie das Kalenderevent „belegt“ parallel zur gleichen Zeit und lädt mich als Teilnehmer ein. Dadurch steht in meinem Kalender „belegt“ und die Zeitslots verschwinden in der Auswahlliste. Niemand kann mich noch zwischen 14 und 15 Uhr buchen. Überaus praktisch.

Digitaler Elternsprechtag 2Den Elternsprechtag selbst führen die Kolleginnen und Kollegen soweit möglich von daheim aus durch. Die meisten Schülerinnen und Schüler arbeiten mit einem eigenen Surface Go über das wir dann die Eltern anrufen.

Normalerweise bin ich sehr diszipliniert, was die Einhaltung der zeitlichen Vorgaben angeht. Mit dem Hinweis auf vor dem Klassenzimmer wartende Eltern lässt sich so mancher Redeschwall (auch mein eigener) unterbrechen. Ich bin gespannt, ob sich das digital auch so durchführen lassen wird.

Letztlich ist die aktuelle Zeit gut geeignet, alte Rituale aufzubrechen und Neues zu wagen – wann, wenn  nicht jetzt kann man Videokonferenzen mit den Eltern wagen? Andererseits wären in der aktuellen Zeit vielleicht auch gerade bekannte Rituale und Vorgehensweisen etwas, das Sicherheit geben und Ruhe schaffen könnte.

Bei der nächsten Dienstbesprechung werden wir das Vorgehen mit dem Kollegium auswerten und gemeinsam beschließen, ob wir das so oder so ähnlich nochmal durchführen oder zurück zum Vertrauten kehren wollen.