Die mündliche Abschlussprüfung in Englisch steht für meine große Tochter an: Die Schüler:innen sind aufgefordert, einen kurzen Vortrag zu einem selbstgewählten Themen zu halten.

In meinem Hinterkopf habe ich gepeichert, dass die Kolleg:innen von den immergleichen Referatsthemen ermüdet sind: „Pro und Contra Schuluniformen“ „Was spricht für die Ganztagsschule?“ „Mein Hobby xy“.

Beim Abendessen diskutieren wir mögliche Theman. „Schläge in der Erziehung“, schlage ich grinsend vor und hebe theatralisch eine Hand zum Watschn, „das kam bestimmt selten vor“. Meine Tochter winkt ab und entgegnet frech „Meines Vaters einziger Rückzugsort: Das Gäste-WC!“

So geht das hin und her. Tatsächlich ist sie gewillt, aus der Reihe zu tanzen und am Ende landen wir bei dem Titel: „Warum der mexikanische Schwanzlurch das aufregendste Tier der Welt ist (noch vor dem Einhorn)“. Sie zögert zunächst noch etwas, aber als ich ihr erkläre, dass ein lustiger Titel einen Zuhörer nach 14 ermüdenden Referaten über die neuesten TikTok-Helden wieder wachrütteln muss, ist sie überzeugt. Schließlich ist der mexikanische Schwanzlurch wirklich aufregend!

Eine Kollegin von mir bestätigt meMausine Vermutung bezüglich einschläfernder Referatsthemen. „Bloß keine Schuluniformen mehr!“ Den Schwanzlurch kann sie (die sowieso praktisch alles weiß) jedoch sofort zuordnen und erzählt anschließend, dass sie Unentschlossenen auch gerne Referatsthemen aufdrückt, z.B. „Warum Mäuse keine Gummistiefel tragen.“

„Ist am Ende ein großartiges Referat geworden!“, erklärt sie grinsend. „Wie man die Produktionskosten senken könnte, weil die Mäuse keinen linken und rechten Schuh benötigen würden und was man benötigen würde, um so kleine Gummistiefel herzustellen. Inklusive toller Zeichnungen und Ideen für Modelinien.“

Als ich später meiner Tochter von der Idee erzähle, ärgern wir uns beide (ein bisschen), nicht selbst auf so ein Thema gekommen zu sein. Es wäre noch ein wenig absurder, noch ein wenig lustiger. Aber ich habe ja gut Reden – sie muss den Vortrag halten.