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Ein Ding der Unmöglichkeit nach dem nächsten.

Ein Ding der Unmöglichkeit nach dem nächsten. 1Gestern haben wir unseren ersten Jahrgang 10er verabschiedet. An einer Gesamtschule in NRW bedeutet dies, dass einige Kinder mit Hauptschulabschluss (HA) ins Berufsleben starten, einige mit Realschulabschluss (FOR) eine Ausbildung angehen und einige mit erweitertem (besonders gutem) Realschulabschluss (FOR-Q) noch ein Abitur dranhängen können.

Der Aufbau einer neuen Schule ist mit sehr viel Arbeit, aber auch ganz vielen Möglichkeiten verbunden. Mit jedem Jahr wachsen Schülerzahl und Kollegium, wachsen die Ansprüche und Erwartungen, wachsen die Zahl der Aufgaben und Regularien. Eine Schule an unserem Standort fest zu etablieren, mit stabilen Anmeldezahlen und langen Wartelisten – das hielte mancher für ein Ding der Unmöglichkeit („One impossible thing at a time“).

In den letzten Jahren sind wir den Pfad der Digitalisierung gegangen und haben eine 1:1 ausgestattete Schule mit Eltern, die hohe Kosten auf sich nehmen, aber von unserem Weg überzeugt sind. Überall gibt es Möglichkeiten der Optimierung – aber die Richtung steht. Ein stabiles, überzeugendes Konzept, das dauerhaft tragfähig ist und sich nicht von Jahr zu Jahr schleppt – mancher hielte das für ein Ding der Unmöglichkeit.

Im vergangenen Jahr haben wir in einem Wahnsinns-Tempo unser Schulkonzept umgestellt. Binnen weniger Wochen auf Projektunterricht, Werkstätten und Wahlpflichtkurse umgestellt, auf Lernbüros und viel Eigenverantwortung. „Unmöglich!“ „Niemals!“

Kein Kind verlässt unsere Schule ohne Schulabschluss. Das ist bemerkenswert und spricht für die geleistete Arbeit des Kollegiums und die Qualität der Schule. Außerdem starten wir in unsere erste Oberstufe und die beteiligten Kolleg*innen scharren mit den Hufen. Beratungsgespräche werden geführt, Wahlen organisiert. Lehrkräfte wie Schüler*innen sind gespannt und voller Erwartung. Eine unglaubliche Gemeinschaftsleistung.

Während vorne die Zeugnisse überreicht werden, stehe ich still in der letzten Reihe und sehe zu. Eine Mischung aus Wehmut, Stolz und tiefer Dankbarkeit überkommt mich.

Vier Jahre durfte ich jetzt als Teil einer Schulleitung aktiv zur Gestaltung und dem Aufbau einer Schule beitragen. Vier Jahre, in denen ich mehr Erfahrung gesammelt und mehr gearbeitet habe, als je zuvor. Vier Jahre, von denen ich keinen Tag missen möchte. Was eine großartige Zeit.

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