SO-Artikel: “Was mich an Schule nervt”

Pünktlich zu meinem 1000. Artikel (Hurra!) wurde ich von SPIEGEL ONLINE gefragt, ob ich nicht für ihre Lehrer-Geständnisse-Rubik schreiben möchte. Eines der nächsten Themen sei “Was mich in der Schule am meisten nervt.”

Seit ein paar Tagen grüble ich jetzt schon und kann mir auch ein, zwei Richtungen vorstellen – aber in Wirklichkeit bin ich nicht besonders genervt. Ich liebe meinen Job. Darum gebe ich die Frage gerne an euch weiter und lasse mich inspirieren. Schreibt doch in die Kommentare unten:

Was nervt euch an Schule am meisten?

Ich bin gespannt Erstauntes Smiley

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25 Responses to SO-Artikel: “Was mich an Schule nervt”

  1. Reader says:

    Dass es Ferien gibt und man Schüler nicht jeden Woche arbeiten schreiben lassen kann 😉

  2. Shisha says:

    Dass zum Teil nicht alle an einem Strang ziehen, sondern sogar gegeneinander gearbeitet wird. Grade als junge Lehrerin (die ich nun mal bin) würde ich gerne was bewegen und auch fächerübergreifend was auf die Beine stellen. Aber da das auch mit Arbeit verbunden ist ziehen die meisten der Kollegen den Kopf ein. Schade.. Viele Verbesserungsvorschläge werden zwar angehört und mit einem „könnte man mal machen“ abgespeist. Wirklich passieren tut aber nichts.. Vielleicht liegt es daran dass ich noch im Ref bin und noch nicht als „vollwertig“ angesehen werde, ich hoffe das wird sich an meiner zukünftigen festen Schule dann ändern..

    • KC says:

      Dem kann ich mich nur anschließen. Dass die etablierten Altlehrer per se im Recht sind, weil sie nun mal länger dabei sind.
      Oft habe ich aber schon gemerkt, dass die mit den Jahren betriebsblind werden, und manche Dinge schon nicht mehr sehen, die man als junger Kollege/Berufsanfänger noch sehen kann.
      Die Abspeiserei geht mir auch auf den Wecker. Und bis man mal so alt ist, dass man was sagen darf und das dann auch mal ernsthaft erwogen wird, hat man sich von seinen Ideen auch schon resigniert verabschiedet und ist unversehens genauso geworden.

  3. Ingrid Hardeweg says:

    Hallo, Herr Klinge,
    ich bin Lehrerin an einem niedersächsischen Gymnasium – und ich liebe meinen Beruf auch sehr.
    Aber was mich wirklich nervt, ist die zeitliche Hektik, die tägliche in der Schule und auch die stoffplanerische im Schuljahr.
    LG
    Ingrid

  4. nanu says:

    Bürokratie!!!

  5. Rebecca says:

    Jetzt mal ganz ehrlich… ich bin selbst noch Schülerin und klar nerven Hausaufgaben und so weiter, aber was tausendmal mehr nervt istwenn 3/4 der Klasse in der Früh vor Schulbeginn dich fragt ob du die Hausaufgaben hast und ob sie abschreiben können… Echt jetzt! Das nervt extrem, weil man sich jeden Nachmittag bis zu 2 Stunden hinsetzt und Hausaufgaben macht und es dann den anderen gibt… warum sollten die Schüler, welche ihre Aufgaben machen die Arbeit der anderen übernehmen??? Sie lernen dadurch ja nichts und sind dann sauer, wemm sie in einer Klassenarbeit nur ne 4 haben. Aber das is nicht alles!
    Man ist auf der Hauptschule von der 7. bis zur 9. Klasse in der selben Klasse dem gleichen Klassenlehrer… hòchstens die Fachlehrer wechseln mal… Nur was ich dann nicht verstehe ist: warum es trotzdem Schüler gibt, welche seit der 7. Klasse in der selben Klasse sind und in der 9. Klasse auf einmal anfangen die ganze Klassengemeinschaft durch Mobbing und Schlägrrein kaputt zu machen… wenn man dann als Neuntklässler zu dem Lehrer geht kommen so Sachen wie: „Ihr seit nichtmehr im Kindergarten… Ihr müsst das selber regeln!“ Na toll… Warum wendet man sich an den Lehrer wenn man eh weiß, dass er nicht helfen wird? Es ist Gott sei Dank so, dass nicht alle so sind!

  6. Gisela says:

    Mich nervt, wenn man von äußeren Umständen daran gehindert wird seinen Job (den ich toll finde) zu machen. Mich nervt, wenn
    * man plötzlich mit seinem Schlüssel bestimmte Türen nicht mehr schließen kann,
    * der OHP / Beamer / DVD-Player mal wieder kaputt ist
    * die Computer nicht so funktionieren, wie sie sollten, die Software die man gerade braucht ist nicht installiert / nicht aktuell ist bzw. der Lehrerrechener so verstellt ist, dass man kaum arbeiten kann / es ist mal wieder die Hardware (z.B. die Maus ) geklaut worden / irgendwelche Scherzkekse unter den Schülern mussten mal wieder zeigen, wie gut sie Rechner verstellen können
    * die Internetverbindung mal wieder in der Schule zusammengebrochen ist, da die Harware dafür unzureichend ist (besonders gut wenn man als Informatiklehrer auf internetbasierte Angebote angewiesen ist)
    * die Ausstattung der Schule nicht im geringsten den Anforderungen der Lehrpläne genügt und die Stadt kein Geld hat, daran etwas zu ändern (Lehrplangerechter Unterricht in den Naturwissenschaften ist fast unmöglich, da die Physiksammlung aus den 60ern ist, in Chemie Schülerversuche fast unmöglich sind, usw. usw. ….)
    * aber : die Schüler sind toll, mit Improvisation kann man auch viel erreichen, der Job macht meistens Spass 🙂

  7. Andreas says:

    Dass die meisten Probleme am Ende immer wieder in irgendeiner Form finanzieller Natur sind. Egal, was man machen, bewegen oder tun will, in irgendeiner Form kostet es Geld, was der Schulträger nicht hat.

  8. Stefan says:

    – Verwaltung.
    Manchmal hab ich ddas Gefühl, dass in unserem laden (Gymnasium) es wichtiger ist den Verweis juristisch korrekt auszustellen als dem Kind zu sagen, dass es sich falsch verhalten hat.

    – Juristerei
    Gerade die sache mit den noten am Schluss…

    – Die ständige Zeitnot, die durch dieses „Berufsbeamtentum mit Selbständigkeit“ kommt. Die Aufgaben werden von oben (Ministerium) nach unten (erst Schule, dann Kollegen) weitergereicht. Wie sich das im allgemeinen „Zeitkorridor“ eines Arbeitnehmers ausnimmt ist egal.

    – Das Geld… In welcher Behörde kaufe ich mir meine Materialien selbst, die ich zum Arbeiten brauche… Nicht mal ein Büro gibt’s … oder Computer…

    – (SEHR SELTEN!) die Anspruchshaltung der Eltern, die einen flegelhaften Rotzlümmel bei uns abgeben, aber einen Engel mit Nobelpreis zurückerwarten (Okay… das war zu plakativ… )

    ….

    und es lohnt sich doch!
    (ich freu‘ mich auf meine 6. Klässler nächste Woche….

  9. Guten Abend,

    es gibt zwei Dinge, die mich extrem am Job nerven, aber davon mal abgesehen, geht es mir wie Ihnen. Ich mag meinen Job und arbeite gern als Lehrerin. 🙂
    1. Mich nerven die (schon erwähnten) eng-korsettigen Rahmenlehrpläne und ganz besonders der vom Sachunterricht, denn der ist bei aller Liebe wirklich nicht zu schaffen. Zumindest nicht, wenn man den Anspruch hat, nachhaltig zu bilden und Schüler zu fördern.
    2. Politik in der Schule. Wenn wir die Tollkühnen Ideen und Projekte der (Bildung- ?) Politiker ertragen und umsetzen müssen, ohne dass die Möglichkeiten dafür geschaffen werden. Ich erinnere nur zu gern an das sehr gelungene Großprojekt JÜL / Flex in Berlin-Brandenburg. Zum Scheitern verurteilt!

  10. Thorsten says:

    Lieber Jan-Martin,
    wir schreiben nicht für das ehemalige Nachrichtenmagazin!
    Und schon gar nicht für die Online Version.
    Wir schreiben ja auch nicht für die Bild oder Bunte, Focus oder Glamour.
    Lass die Leute da mal schön ihr eigenes Internettchen machen. Das ist gut so und die bleiben dann auch schön unter sich. Ist so ähnlich wie in einem alten österreichischen Bergdorf.
    Da darf kein frisches Blut rein. Vor allem könnte dann einer deiner Leser darauf kommen dort zu surfen oder zu meinen, er würde da so etwas wie echte Nachrichten oder Informationen finden.
    Denk immer dran: Du hast einen Bildungsauftrag nicht das Gegenteil.

  11. Caro says:

    Was mich gerade am meisten nervt, ist die Einstellungspolitik. Trotz täglich mehrseitiger Vertretungspläne werden hier in Bayern noch nichtmal genügend Aushilfsstellen (ich rede ja gar nicht davon, dass jeder Junglehrer gleich einen unbefristeten Vertrag haben sollte) geschaffen, um den Unterricht mal reibungslos laufen zu lassen. Und meinereins weiß gerade mal seit 4 Tagen, wo sie ab nächster Woche für 3 1/2 Monate unterrichten darf, bevors weiter geht mit der Stellensuche. Wie gesagt – wäre absolut verständlich, wenn die Schulen schlichtweg keinen Bedarf hätten, aber ich keine kaum eine Schule, die von sich sagen könnte, genügend Personal zu haben.

    • Karline says:

      Hallo zudem,

      dem kann ich nur zustimmen. Leider *seufz*.

      Mein Sohn, jetzt 3. Klasse, hat nun die 4. Klassenlehrerin – übergangsweise auf unbestimmte Zeit, bis die Stelle offiziell besetzt ist – (Stelle ist derzeit ausgeschriebenen).

      Bin mal gespannt, ob wir dann bei 5 Lehrern in 4 Jahren bleiben oder es noch toppen 🙁

      Mittlerweile bin ich nur noch froh, wenn er mit halbwegs guten Noten und motiviert durch die Grundschulzeit kommt.

      Von der Bildungspolitik, die auf den Rücken der Kinder und Lehrer ausgetragen wird, bin ich mehr als enttäuscht.
      Wenn aus unseren Kindern mal was wird, dann ist das vor allem der Verdienst der Kinder, vereinzelten Lehrern und Eltern, die mehr und mehr zum ‚Hilfslehrer‘ mutieren (müssen).

      Traurig, dieser Zustand und ein Armutszeugnis für unser Land.

      LG, Karline

  12. Frau Henner says:

    Ja, ich liebe meine Beruf, aber ich würde noch lieber in die Schule gehen, wenn die Schule auch ästhetisch ein Ort wäre, an dem ich mehr Zeit verbringen möchte, und nicht alles, was man verändern will, an Bürokratie oder Geldmangel oder Platzmangel scheitert.
    Wirklich nervig aber ist neben der Intransparenz der Entscheidungen der Kultusminsiterien der Rummeln den die Außenwelt um Schule macht und uns ständig sagen will, was wir falsch machen – ohne tatsächlich mal in unserer Schule gewesen zu sein. Wir brauchen Ruhe zum Unterrichten und mehr Unterstützung und Anerkennung als dieses ständige Schulbashing.

  13. Frau Henner says:

    So, der vorige Kommentar war als Lehrerin verfasst, jetzt kommt die Muttersicht:
    ich weiß, dass die Schule sich viel Mühe gibt und ich achte die engagierten Lehrer sehr – nervig für Eltern sind nicht die äußeren Umstände (obwohl ich mir für Lucy auch ein ansprechenderes Umfeld wünschen würde), sondern einzelne Lehrer, die ihren Beruf verfehlt haben und unter denen das eigene Kind leidet – denn, wenn so etwas passiert, dann sind die Eltern oft hilflos.
    Nervig sind auch hier wieder die Entscheidungen der Ministerien, die von oben herab gefällt werden und wir auf dem Land haben nun mal keine große Entscheidungsmöglichkeit. Wir müssen die Schule vor Ort nehmen und sind zum Teil kruden Experimenten wieder hilflos ausgeliefert. Nervig ist dann, wenn die Politiker das dann auch noch als Erfolg verbuchen!
    Beispiel: „Die Gemeinschaftsschule feiert in BaWü einen groeßn Erfolg – immer mehr Schulen melden sich dafür…“ Realität: Unsere Schule am Ort bekam das Messer auf die Brust: entweder ihr werdet Gemeinschaftsschule oder ihr schließt! Davon schreibt die Presse aber nichts. Und eigentlich hätte der Direktor uns das auch nicht sagen dürfen… Das ist dann mehr als nervig!

  14. Sächsin says:

    Ich liebe meinen Beruf, ich könnte mir nichts anderes vorstellen.
    Was bisher genannt wurde, dem stimme ich zu.
    Bürokratie, nicht nachvollziehbare Entscheidungen von oben, fehlende Fachkräfte und dadurch immer wieder Vertretungen …

    Mich nervt … oder eher macht mich hilflos … wenn ich sehe, womit Kinder in ihrem Alltag zu kämpfen haben. Wenn ein Mädchen ins Frauenhaus gebracht werden muss, damit es vor der Verwandtschaft sicher ist, wenn Kinder in der 6. Klasse schon in WG’s wohnen, weil sich zu Hause niemand um sie kümmert, wenn sich Mädchen ritzen, weil sie mit all dem Druck nicht klarkommen, wenn ein Junge seinen Vater vermisst, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt … das beutelt mich. Da bin ich kein Lehrer … da bin ich Mama, Zuhörer, Tröster oder Hilfeholer …

  15. Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen.
    Es fällt wieder auf, dass Schule einfach ein weites Feld ist: Da sind einfach mehr schöne und auch mehr ätzende Dinge, als dass man ihnen in einem SO-Artikel gerecht werden könnte.
    Vielen Dank – ich denke, ich habe mich für einen Aspekt entschieden 🙂

  16. Blumenstrauß says:

    DAS KULTUSMINISTERIUM!
    Keine Ahnung haben und trotzdem irgendwelche bekloppten Sachen beschließen. Typisch!

  17. Joee says:

    Mich nerven Artikel, über Lehrer, die sich über die Schule nerven (sollen?!).
    Mich nerven Medien, die immer das Schlechte hören wollen.
    Achja, das KM, das gibt es auch noch. Aber darüber muss man sich jetzt auch nicht aufregen. Ist ungesund.

    • Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass der Spiegel vorher das Thema „mein größtes Erfolgserlebnis“ hatte.

      • Frau Henner says:

        Aber genau das ist doch ein wichtiger Punkt, auf den ich noch einmal eingehen möchte. Mich „nervt“, wie Probleme herbeigeschrieben werden. Damit meine ich nicht deinen Blog oder deinen Artikel, sondern die Tendenz, in den Medien schulische Zusammenhänge unvollständig oder auch fehlerhaft darzustellen, um einfach eine bessere Story zu haben. Dann kommt eine Schlagzeile, die noch einmal zusammenfasst und dramatisiert – die bleibt hängen, aber in Wirklichkeit ist alles ganz anders (nicht besser, aber anders).

        • nanu says:

          Das gilt allerdings nicht nur für den Lehrerberuf – auch wenn in diesem Bereich die Politik fatalerweise besonders viel Murks-Senf dazu gibt und als Arbeitgeber zur Meinungsbildung nicht gerade Konstruktives beiträgt. Aber meine Schwester regt sich zum Beispiel regelmäßig über Berichte zum Thema „Hebammen &Co“, die verzerrend und falsch sind. Also erziehen wir unsere Kinder zur kritischen Meinungsbildung! 🙂

  18. hallo says:

    Was meine Kinder nervt ist.
    1. Das Lehrer sich extrem in die Ernährung der Kinder einmischt.
    2. Immer wieder Läuse und das schon 3Jahre hinter einander.
    3. Das man sich mehr um die Kinder kümmert die Förderungsbedarf brauchen und die anderen auf der Stecke bleiben.
    4. Das die Kinder nicht mehr sicher (Hauptsächlich vor den Schulen) auf dem Fußweg gehen können, ohne das ein Fahrrad Fahrer einen umfährt.
    5. Das viele Eltern sich aufregen und einfach nur wegschauen wenn es Probleme gibt. Aber nichts dagegen tun um sie zu lösen.

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