Show. Don’t Tell. #3

Okay, heute war wirklich awesome und ein Hauch week of my life, gewürzt mit etwas einer Menge life-changing event.
Das Frühstück habe ich mit einer Gruppe aus Neuseeland geteilt. Erfahrungen und Anekdoten ausgetauscht und das Gefühl bekommen, einen Blick über den eigenen Horizont geworfen zu haben. An meiner eigenen Schule sind wir gerade vorsichtig dabei, ein Schüleraustausch-Programm aufzuziehen und inzwischen muss ich mich bremsen, um nicht jeden einzelnen Teilnehmer zu fragen, ob “ich mal vorbeikommen dürfe”.

Nach dem Frühstück ging es mit einigen Keynotes weiter – aber heute wurde geklotzt, nicht gekleckert: Knapp drei Stunden lang wurden uns konkrete Unterrichtsideen von Lehrern und Softwareentwicklern präsentiert. Und das war wirklich 20160309_093140großartig. “Skype in the classroom” zum Beispiel ist jetzt nicht so sensationell neu, aber das konkret zu erleben war schon krass. Während der Session wurde ein Videocall mit dem Wissenschaftler Jamie Buchanan-Dunlop gestartet. Buchanon sitzt aktuell mitten in der Arktis und lief skypend durch den Schnee und zeigte uns live Gletscher und strahlend blauen Himmel. Und genau wie in der Schule wurden wir eingeladen, Fragen zu stellen (und natürlich stellten wir die gleichen Fragen, wie sie ihm auch Grundschüler stellen: “Wie geht man bei dieser Eiseskälte pinkeln?”) – das war sehr beeindruckend. Das geht wirklich problemlos – jetzt muss ich nur noch ein paar aufregende Experten finden und sie in meinen Klassenraum holen.

Es gab Neues vom OneNote Team, die auf Wunsch von zahlreichen Lehrern ein Addon veröffentlicht haben, um Kursnotizbücher zu erstellen (Stefan Malter hat das etwas ausführlicher besprochen, daher spare ich mir Details.) Als sehr schön empfand ich einen Teil über die Mädchenförderung im Unterricht.
Kurze Frage an euch – welche Erfinder fallen euch ein? Nächste Frage: Welche weiblichen Erfinder? Microsoft präsentierte dazu ein sehenswertes Video. Ganz viele weitere aufregende Vorträge: Eine Physiklehrerin hat mit einfachen Mitteln einen Seismograph gebaut, wertet die Daten mit Excel aus und.. just wow. Nebenher führte sie die Schütteltaschenlampe und den einfachen Elektromotor vor, die meine Schüler im vergangenen Jahr auch bauten – ganz doof sind wir also auch nicht. Zuletzt eine längere Präsentation über den Einsatz von Computerspielen im Unterricht von Stephen Reid. (An dieser Stelle muss ich zugeben, jede Objektivität verloren zu haben: Reid ist Schotte und als solcher war allein der Klang seines Akzents genug, um mich über Stunden zu beglücken.) (Sein Vortrag war aber überdies sehr lustig und enthusiastisch – den würde ich gerne mal im Unterricht erleben.) Cool war seine Idee, Schüler aufzufordern, ihm etwas über Technologie zu erzählen, dass er nicht wüsste. Die nachfolgende Anekdote war zum Schreien lustig.

Die Mittagspause habe ich mit André Spang für einen kurzen Spaziergang durch Budapest genutzt – zumindest einmal einen Blick auf die Donau werfen und kurz Luft holen. Wunderbare Gespräche geführt. Unterwegs von mehreren Straßenhändlern gefragt, ob wir ein billiges iPhone 6s kaufen wolle. “Cheap! Cheap!” 

Nachmittags wurde die Gruppenarbeit fortgesetzt. Unter sehr viel Gelächter haben wir unsere Aufgabe beendet und erwarten morgen natürlich den ersten Platz. Insgesamt geht mir das Englisch flüssig von den Lippen und ich beginne auf englisch zu denken – nur im Video möchte ich das ungern festgehalten wissen. It’s not that good, you know?
Die verschiedenen Akzente der Leute sind wie Musik in meinen Ohren. Lee aus Manchester klingt anders als Stephen from Scotland. Ein einziger Genuß.

IMG-20160309-WA0004Abends wurde dann eine Menge Technik präsentiert. Die (von der BBC entwickelten) Microbits samt schulischer Anwendung zum Beispiel. Ich hatte außerdem die Gelegenheit, mit dem Chef von OneNote zu plaudern und wir haben spät abends noch hin und hergemailt. Uhhhh. Das ist besser als mein Autogramm von David Hasselhoff! Ich war mir nicht zu fein, ihm ausgiebig für OneNote zu danken. “life-changing” und so.

Ganz spät abends waren wir mit einem bunt gemischten Haufen im edelsten Restaurant Budapests essen – habe ich das Corinthia-Hotel schon für schniecke gehalten… Himmel! Tatsächlich fühle ich mich aber ganz unwohl, wenn mir gleichzeitig rechts und links behandschuhte Hände die  Serviette auf den Schoss legen, Besteck umlegen, Teller wegnehmen und andere hinstellen. Das war ein bisschen too much.
Abseits davon habe ich unglaublich viel Spaß gehabt – leider fehlt es mir an Talent um den Zauber des Abends hier adäquat wiederzugeben. Intensive Gespräche mit Lehrern aus Dänemark, Finnland und den USA über die unterschiedlichen Bildungssystems geführt. Außerdem spannende Erfahrungen aus dieser ganzen Microsoft-Bildungsinitiative mitbekommen und was sich bei den Kollegen so entwickelt hat. Überdies mit Stefan Malter jemanden gefunden, der sich genauso kindlich staunend über jedes Detail dieses Events freut, wie ich.

Nach wie vor genieße ich jede Sekunde – und ja, es ist wirklich “exciting” und “awesome” und überhaupt.

#besserlernen #MIEExpert

8 Gedanken zu „Show. Don’t Tell. #3“

  1. Dieses Event erleben zu dürfen, ist ein Geschenk – und was Jan an lebendigen Eindrücken beschreibt, kann ich so nur bestätigen. Vielen Dank fürs Festhalten der Erinnerungen! (Mit niemandem hätte ich den 5-Sterne-Nachtisch lieber geteilt … ;-))

  2. Wow schöne Artikelserie 🙂 Gerne mehr davon!
    Bitte sag den OneNote-Verantwortlichen, sie sollen doch bitte den Formel-Anzeige-Support für die Online- und Mobile-Version umsetzen. Meinetwegen auch als Bildkonvertierung.

    1. ich kann tatsächlich empfehlen, sich via facebook oder twitter direkt mit den OneNote Leuten auseinanderzusetzen. Die gehen mit sehr offenen Augen und Ohren durchs Leben und haben schon eine ganze Menge Dinge realisiert, die sich die Community gewünscht hat.

  3. Klingt schon als sehr Wow!
    Gibt es denn die einzelnen Talks als Video? Oder haben die Nicht-Teilnehmer einfach Pech gehabt? …nix gegen deine Berichte, aber die sind ja eher Appetitanreger… (-;

    Viel Spaß weiterhin!

    1. Es wurde live gestreamt, aber eine Aufzeichnung habe ich bisher nicht gefunden. Werde mich aber umhören, weil insbesondere der Vortrag von Stephen Reid großartig war und er in ganz kurzer Zeit sehr viele völlig unbekannte Spiele und mögliche Einsatzzwecke im Unterricht vorstellte.
      Wenn man sich hinter dem Link registriert, kann man sich die Session in den nächsten 90 Tagen wohl noch ansehen, danke Miriam 🙂

  4. Bin einfach nur neidisch!
    Der Austausch mit Lehrern aus anderen Ländern klingt phantastisch.
    Wär zu gerne auch bei diesem Event dabei.
    Naja gibt bestimmt die nächsten Jahre noch n paar und nun habe ich ein weiteres Ziel, auf das ich hinarbeiten kann.
    Ihnen Herrn Klinge und Herrn Maltner weiterhin viel Spaß auf diesem Event und vielen Dank, dass Sie uns durch Ihre Berichte daran teilhaben lassen.

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