Wer wir sind.

7. März 2010 3 Von Jan-Martin Klinge

imageVor einigen Tagen las ich einen sehr empfehlenswerten Artikel im Spiegel.

Es geht um einen Katalog aller Mikroben, Bakterien, Viren und Kleinstlebewesen die uns bevölkern. Stellenweise ziemlich eklig zu lesen.

“In der Mundhöhle schwimmt die friedfertige Amöbe Entamoeba gingivalis, in den Poren des Gesichts gedeiht das harmlose Spinnentierchen Demodex folliculorum.”

In dem Artikel wird viel mit Zahlen um sich geworfen. Und das spricht mich – sowohl als Mathematiker, als auch als Naturwissenschaftler – an.

Allein auf der etwa zwei Quadratmeter großen Haut leben so viele Mikroben wie Menschen auf der Erde.

Hui. Das wären dann rund 6 Milliarden Mikroben auf meine Haut. Spürt noch jemand den Drang zu duschen? Außerdem erfahren wir, dass bis zu 1.000.000.000.000 (in Worten: eine Billion) Lebewesen in einem Gramm Darminhalt leben.

Am Ende kommt der Artikel zu einer interessanten Folgerung:

90 Prozent sämtlicher Zellen im Körper sind Bakterien – wir sind mehr Mikrobe als Mensch.

Das kann ich erst einmal weder bestätigen noch bezweifeln – zu unglaublich scheint mir diese Zahl. Und führt mich zu der (theologischen?) Frage:

Wer bin ich eigentlich?

Ist das nicht völlig verrückt, dass wir aus Billionen Zellen bestehen? Aus Billionen individueller Lebewesen? Ein unfassbar komplexes Zusammenspiel aller möglicher Organismen die aufeinander angewiesen sind.

Als Christ bin ich der Auffassung, dass wir mehr sind als die Summe unserer Teile – aber eine solche Aufschlüsselung dieses Konstrukts “Mensch” ist schon sehr beeindruckend. Bleibt nur zu sagen:

"Wow, Gott. Ganz schön beeindruckend!” 🙂