Wochenplanarbeit – ein Fazit

9. Juni 2010 5 Von Jan-Martin Klinge

Im Laufe eines Lehramtsstudiums begegnet man Dutzenden Unterrichtsmethoden – in der Theorie. Wirklich ausprobieren kann man sie nicht – dafür ist man zu selten an der Schule, kennt die Klassen zu wenig.

Aber nun – als Referendar ist alles anders. Da darf man ausprobieren, experimentieren, Fehler machen. Vor zwei Wochen probierte ich bei meinen Sechsern eine “Wochenplanarbeit” aus.

Dabei bekommen die Schüler einige Inhalte und Aufgaben vorgegeben, und dürfen sie in eigenem Tempo im Laufe einer Woche erarbeiten. Weil es um durchaus herausfordernde mathematische Themen ging, habe ich die Schüler jeweils so in Paare zusammengesetzt, dass sie sich gegenseitig helfen können und keine “Schwätzergruppen” entstehen..

Die Woche selbst verlief echt toll. Die Schüler haben sehr eigenständig gearbeitet – ich konnte die meiste Zeit Beobachten und musste nur hier und da mal helfen. Für mich auf jeden Fall sehr entspannend – die Klasse hätte vermutlich auch dann weitergearbeitet, wenn ich den Raum verlassen hätte (erm…;-)).

In der nächsten Woche habe ich mir dann viel Zeit für eine Feedback-Runde genommen und eine schriftliche Übung schreiben lassen – in der erster Linie um zu überprüfen, ob die Schüler etwas gelernt haben.

Die Feedback-Runde fiel durchaus positiv aus: Den Schülern gefiel das eigenverantwortliche Arbeiten, die Freiheit im eigenen Tempo vorgehen zu können, die Partnerarbeit und die bunte Vielfalt der Aufgaben. Negativ wurde angemerkt, dass es zu viele Aufgaben seien (jep!) und zu wenig Zeit (jep!). Einige ärgerten sich über die Paarzusammensetzung – sie wären lieber mit ihren besten Freunden zusammengenblieben (a-ha!) und die Tatsache, dass sie soviel zu tun hatten, dass “keine Zeit war, um Blödsinn zu machen…” (sic!).

Die schriftliche Übung fiel dagegen eher bescheiden aus. Vieles haben die Schüler offenbar nicht oder nicht richtig verstanden.

Ich werde das im neuen Schuljahr immer wieder mal wiederholen, allerdings mit weniger neuem Stoff. Insgesamt eine tolle Abwechslung zum lehrerzentrierten Unterricht.