‘Sehr gut’? – Gibt’s bei mir nicht!

Die Zeugnisse stehen vor der Tür und somit muss darf ich als junger Lehrer eigenverantwortlich in einer Note zusammenfassen, wie ich die Leistung meiner Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Monaten bewerte.

Anhand der Klassenarbeiten komme ich nur bei wenigen Schülern auf rechnerisch klare Noten – der Großteil steht zwischen zweien. Am schwierigsten erscheint mir die Unterscheidung zwischen der Note ‘gut’ und der Note ‘sehr gut’. Wenn ich im Schulgesetz nachlese, dann finde ich dort (§48, 3):

Die Note ’gut’ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen voll entspricht.”

Die Note ‘sehr gut’ soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen im besonderen Maße entspricht.

Hmm.
Was ist denn “in besonderem Maße”? Intuitiv würde ich hier herauslesen, dass die Note ‘sehr gut’ nur in absoluten Ausnahmefällen vergeben werden sollte. Ansonsten ist ‘gut’ das Maß aller Dinge.

Eine Umfrage unter Kollegen ergibt ein geteiltes Bild: Einige unterstützen diese Ansicht mit der Begründung, dass für eine ‘1’ schon alles stimmen müsse. Alle Klassenarbeiten 1, durchweg sehr gute sonstige Mitarbeit. Eine Note, die immer nur Wenigen vorbehalten sein wird.
Andere sind da großzügiger: Ein Schüler der sich anstrengt, gute Klassenarbeiten schreibt und in der sonstigen Mitarbeit eine der tragenden Säulen des Unterrichts ist – warum soll der nicht mit einer “1” am Ende auf dem Zeugnis belohnt werden?

Wie haltet ihr das?

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4 Gedanken zu “‘Sehr gut’? – Gibt’s bei mir nicht!”