Vater-Tochter-Dialoge.

9. Juni 2012 10 Von Jan-Martin Klinge

Ich bin eigentlich ziemlich überzeugt von meiner Erziehung.
Meine Tochter ist das, was ich als wilde Mischung von Ronja-Räubertochter und Prinzessin-Lillifee bezeichnen würde: Sie kann sich benehmen, wenn wir irgendwo zu Besuch sind oder es mir wichtig erscheint, ist dabei aber nicht immer apathisch-brav, sondern sieht abends aus wie ein schmutziger Räuber Hotzenplotz.

Hin und wieder jedoch gerate ich ins Grübeln, ob das, was ich da tue, nicht doch in einer Katastrophe enden wird.
Neulich zum Beispiel liefen Carolina und ich durch die Stadt, als ihr Blick zufällig in das Schaufenster eines Kaufhauses fiel. Dort standen eine Reihe Schaufensterpuppen in Sportklamotten, jedoch… ohne Köpfe.
Meine Tochter erstarrte, und schrie dann: “PAPAAAA! DA SIND ZOMBIES!” 
Kinder haben einen sechsten Sinn dafür, wie sie ihre Eltern ärgern können – und als Carolina merkte, dass ich sie vom Laden wegzog und mir die ganze Situation “ein wenig” unangenehm war, brüllte sie nur umso lauter. “ZOMBIES! DA SIND ZOMBIES!”

Mittwoch dann saßen wir beim Frühstück, als sie plötzlich den Löffel akurat zur Seite legte, mich ansah und sagte: ”Papa, du weißt erst was Angst ist, wenn ein Ork auf einem Fahrrad an dir vorbeifährt.”

Irgendetwas habe ich falsch gemacht. Ganz bestimmt. Zwinkerndes Smiley