Berufsverständnis.

22. September 2012 8 Von Jan-Martin Klinge

Das warten auf den Paketboten hat bei mir Tradition. Ich erwarte ein Hermes Paket. Seit Tagen. Eigentlich seit Monaten.
Doch Hermes lässt sich Zeit. Viel Zeit. Und leider hilft einem die Sendungsverfolgung dann nur bedingt weiter.

Und obwohl ich sorgsam darauf achtete, dass Donnerstag und Freitag ununterbrochen irgendjemand den Paketboten hätte empfangen können, kam nichts an. Statt dessen musste ich lesen, dass am nächsten Tag “ein weiterer Zustellversuch durchführt” würde.

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Ziemlich genervt rief ich die Hotline von Hermes an – und erlebte die nächste fröhliche Überraschung: Die Hotline von Hermes ist ununterbrochen besetzt. ‘Besetzt’ im Sinne von “nicht erreichbar, weil jemand anderes in der Leitung liegt”. Wenn man jedoch in den Untiefen des Weg sucht, stößt man auf eine alternative Hotline-Nummer: 01805-333325. Hier hob zumindest jemand den Hörer ab.

Was man denn für mich tun könne, wurde ich gefragt. Ich schilderte den Sachverhalt. “Ja”, erwiderte der Kundenbetreuer, “kann sein, dass der Bote es zeitlich nicht geschafft hat.” Ich ahne, dass die Paketboten die ärmsten Säue am unteren Ende der Nahrungskette sind – trotzdem bin ich ungehalten.
“Und wenn er es morgen wieder zeitlich nicht schafft?”
”Ja, dann geht das Paket zurück an den Absender.”
Ich bin genervt. Und zwar richtig. Wenn also der Hermesbote keine Lust Zeit hat, mir meine Bestellung zu bringen, geht das Paket wieder zurück an den Absender. Was ist denn das für ein Dienstleister? Alternativ schlug man mir vor, könne ich das Paket nach Absprache auch im Paketzentrum selbst abholen.
Ja, danke! Wofür bezahle ich nochmal Porto?

Es scheint, als sei mein überfahrenes Handy verflucht oder so Smiley mit geöffnetem Mund