Grenzen(und…)Los

Grenzen(und…)Los

Am Freitag und am Samstag und am heutigen Sonntag habe ich jeweils von 9 bis 16 Uhr an einer Fortbildung zur Mobbing-Prävention und Qualifizierung als JugendCoach teilgenommen. 21 Stunden Input, die auf meine normale Arbeitswoche noch aufgeschlagen wurden. Diese drei Tage waren nur die Einführung einer insgesamt achttägigen Fortbildung – die übernächsten Wochenenden sind also auch schon gut verplant. Durchgeführt wurde die Fortbildung von „Grenzen(und…)Los

In einer neunköpfigen Gruppe und zwei Coaches konnte man in den Tagen sehr intensiv arbeiten. Spannend und eher ungewohnt: Unsere heterogene Gruppenzusammensetzung. Von Schulleiterin auf der einen bis zu Studentin im zweiten Jahr waren wir eine bunte Mischung. (Übrigens spannend: Nach meinem letzten kritischen Beitrag erzählte mir die Schulleiterin (einer großen Gesamtschule), wie sehr sie ihren Beruf liebte und dass sie die Entscheidung, Schulleiterin zu sein, nicht einen einzigen Tag bedauert habe.) Oft werden solche Fortbildungen an einer Schule  mit homogener Lehrerschaft durchgeführt oder in einem Uni-Seminar nur mit Studenten. Bei solchen bunten Haufen wie dem unseren kommen viele verschiedene Perspektiven und Backgrounds zusammen und das macht die Sache sehr spannend und abwechslungsreich. Aus unserer Schule bin ich gemeinsam mit einer Kollegin angemeldet. Obwohl wir uns ja auch erst seit einer Woche kennen, waren die letzten drei gemeinsamen Tage herausragend anstrengend und lustig. Es gibt Menschen, mit denen ist man sofort auf einer Wellenlänge und wir beide schenken uns nichts.

Theoretischer Hintergrund über Lernen, Lerntypen, Krankheitsbilder und erlernte Handlungsschemata wechselten sich mit gruppendynamischen Spielen ab, die im Nachhinein stets auf ihre Schultauglichkeit und ihre Intention hin überprüft worden sind. Zwei, drei dieser Spiele sind mir sehr intensiv im Kopf geblieben, verdeutlichten Opfer- oder Täterperspektive und gingen schon an meine Grenzen. Beizeiten schreibe ich darüber – aber für heute bin ich wirklich platt. Auch ein vorläufiges Zwischenfazit verbietet sich – bei acht Tagen Dauer habe ich ja noch einiges vor mir. In jedem Fall machen die beiden Coaches ihre Arbeit wirklich toll. Freiheit und Lenkung, Input und Freiraum wechseln sich ab, es herrscht eine sehr vertrauensvolle Atmosphäre. Es wird gelacht und ernsthaft diskutiert. Ich bin ja recht empfindlich, was meine Lebenszeit angeht – aber ich habe mich bisher an keinem Abend geärgert, an der Fortbildung teilgenommen zu haben. Langfristig ist das Ziel, aktive Mobbingprävention an unserer Schule fest zu implementieren und da ist es gut, dass ich mit jemandem zusammen angemeldet bin, der die Schule besser kennt, als ich.

Heute abend noch etwas Unterricht vorbereiten. Morgen stehen außerdem zwei Gespräche an – ich bin schon mitten drin in meiner Rolle als Abteilungsleiter. Überdies die endgültige Zuweisung der Arbeitsgemeinschaften und Dienstag eine Konferenz über die Forder- und Fördergruppen unserer Schule.

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