Die „zweite Welle“ der Corona-Infektionen hat uns erreicht, die Zahlen steigen und eine Besserung ist nicht in Sicht. Grund genug, meine Planungen für einen virtuellen Tag der offenen Tür zu intensivieren. Nach meinem ersten Aufschlag habe ich im #Twitterlehrerzimmer1 um Hilfe und Ideen gebeten und – wie immer – Inspiration und Information erhalten, die weit über mein eigenes, beschränktes Vorstellungsvermögen hinausging.

So mag denn auch dieser Artikel dem ein oder anderen Interessierten als Inspiration dienen, den eigenen Tag der offenen Tür ähnlich oder ganz anders anzugehen.

Für Google bin ich der Besitzer meiner Schule und werde regelmäßig über neue Bewertungen des Ortes informiert, gefragt, wie denn die Öffnungszeiten in Ferien sind und wir es mit der Schulschließung halten. Außerdem erhalte ich hin und wieder die Benachrichtigung, wie viele Menschen im Monat nach der Gesamtschule Auf dem Schießberg gesucht haben. Allein im September waren das über 14.000 Suchanfragen und Aufrufe. Bedenkt man, dass wir nur eine kleine, aufstrebende Schule sind und weiß außerdem, dass unsere eigene Schulgemeinschaft eher selten nach uns googelt – dann ist das keine kleine Zahl.

Grund genug, eine virtuelle Tour wirklich anzugehen. Habe ich beim letzten Mal noch mit dem Grunddesign gerungen, habe ich nun eine – für unsere Schule – ganz passende Antwort gefunden.

Zunächst habe ich unsere Schule mit dem (kostenlosen) Dienst Icograms.com nachgebaut:

Ursprünglich angedacht hatte ich, das Bild als Wimmelbild in Ganze auf die Homepage zu setzen (ähnlich wie die Phantaisaland-App das umgesetzt hat). Man könnte rein- und rauszoomen und immer wieder lustige, kleine Details entdecken. Aber das übersteigt meine eigenen Fähigkeiten, also musste eine andere Lösung her.

Wir (erwähnte ich schon, wie großartig unser Schulleitungsteam ist?) haben den Tag der offenen Tür in verschiedene Kategorien unterteilt:

  1. Vision (Schulprogramm)
  2. Unterricht
  3. Ganztag
  4. Oberstufe
  5. Miteinander
  6. Schulgemeinde

Jede Kategorie wird einen eigenen, aufklappbaren Abschnitt auf der Homepage erhalten – so ähnlich haben wir das schon mit einer Sammlung von Elternfragen gestaltet (hier zu sehen).

Dadurch reduzieren sich die Bildausschnitte und ich gebe sie vor. So könnte Beispielsweise das Bild für Unterricht aussehen:

In einem nächsten Schritt müssen nun Triggerpunkte ergänzt werden und mit Inhalten gefüllt werden:

Beim Klick auf die Symbole öffnet sich ein Video, das einen kurzen Einblick in den Chemie-Unterricht, die Mathestunde oder die Vision der Schule ermöglicht. Im Augenblick sitzen wir daran, „Drehbücher“ für solche Videos zu schreiben2. Interessant dabei ist die Diskussion, wie hoch der „Grad an Professionalität“ solcher Videos sein soll.

Ausgehend von der Perspektive der Eltern – was wollen die eigentlich sehen? Schüler? Unterricht? Ideen von guter Schule?

Und wie hoch ist die Aufmerksamkeitsspanne eines Zuschauers? Zwei Minuten? Fünf Minuten? Wer nimmt sich noch die Zeit, wirklich mal 15 Minuten am Stück ein Video zu schauen? YouTube hat mich da ziemlich verdorben – ich kann Intros und lange Vorgeplänkel nicht leiden.

Ich vermute (aber das ist reine Kaffeesatzleserei), dass wir in 9 Tagen nach den Herbstferien wieder in die Schule gehen. Wie lange, weiß ich nicht – aber das ist dann auch Ansporn genug, die Dreharbeiten zügig durchzuführen. Planungen laufen.

Ideen, Kommentare, Kritik und Inspiration bitte gerne in die Kommentare. Viel Diskussion findet auf Twitter statt, man findet alle Kommentare zu diesem Beitrag an dieser Stelle.


1: Evtl. schreibe ich mal eine Anleitung zum Twittern. Ich habe zwei oder drei Anläufe gebraucht, um mit dem Netzwerk klarzukommen – es ist aber seit einigen Jahren für mich die Austauchquelle Nummer eins. Nirgends erhalte ich schneller und qualitativ hochwertiger Antworten als im sogenannten „Twitter-Lehrerzimmer“.

2: Weil mir die Heterogenität der Lehrerschaft neulich vor Augen geführt wurde: Wenn ich sage „wir schreiben Drehbücher“, dann sitzen wir nicht in der Schule und führen eine schultypische Gruppenarbeit durch. Jeder sitzt zu Hause und arbeitet dann und wann, zwischendurch und mittendrin im gleichen Dokument. Es gibt keine E-Mails, keine Anrufe oder keine regelmäßigen Meetings während der Ferien.