Meine 6. Klasse hat ein kleines Live-Konzert für die Schule ausgerichtet und obwohl ich nichts mit Vorbereitung und Organisation zu tun hatte, bin ich stolz wie ein Papa auf meine Kinder.  Mein Herz schlägt höher und solche Events geben einen Einblick in das Potenzial und die Kreativität unserer Schüler:innengeneration.

Freitags ist Klassenlehrer:innen-Stunde

Die Woche wird bei uns von der KL-Stunde beschlossen. Da werden organisatorische Dinge besprochen und über Hochs und Tiefs der vergangenen Tage geredet. Mit meiner Co nutzen wir die Stunde wann immer möglich auch für Spiele und Übungen zur Stärkung des Gruppenvertrauens (mehr dazu hier).

Aktuell bereiten einzelne Schüler:innen Woche für Woche ein lustiges Kahoot-Quiz vor, an dem alle mit Spaß teilnehmen. Alle, bis auf mich und meine Co: Bei Fragen zu irgendwelchen TikTok-Trends und Snapchat-Filtern sind wir leider raus. Es wird viel gelacht und man merkt mit jedem Beitrag, wie wichtig den Kindern der Austausch ist – auch wenn er nur virtuell über eine Videokonferenz stattfindet.

Ein Live-Konzert zum Abschluss

KonzertGemeinsam mit der Musiklehrerin hatte meine Klasse in den letzten Wochen ein kleines Live-Konzert vorbereitet. Unsere Kommunikationsplattform „Microsoft Teams“ bietet die Möglichkeit, wie ein Live-Fernsehbild nach außen zu strahlen und jeden mit einer Internetleitung zu erreichen.

Sowohl für die Kollegin, als auch die Kinder war das arg aufregend: Eine neue Benutzeroberfläche, alles live und natürlich klappte das in den ersten zwei, drei Minuten nicht so, wie man wollte. Aber: Während meine Klasse hinterher arg zerknirscht über ihre Fehler jammerte und sich der ein oder andere ausmalte, wie er jetzt zum Gespött der Schule würde – ist die Perspektive von außen eine andere: In Windeseile wurden Bildschirme geteilt und Korrekturen vorgenommen, Infos zu den Musikstücken eingeblendet, Moderationen geübt abgewickelt und ein zwanzigminütiges Programm abgespult.

Ich könnte platzen vor Stolz und Begeisterung!

Wenn man mir vor zwei Jahren gesagt hätte, dass unsere 12jährigen Mädchen und Jungen demnächst online ein live-Konzert vor hunderten Mitschüler:innen aufführen würden – ich hätte es nicht geglaubt.

Fernunterricht heißt nicht „kein Unterricht“

Allen Unkenrufen zum Trotz und wider aller Aufmerksamkeit-heischender Zeitungsartikel („Schulausfall kostet Billionen Euro!“) lernen diese Kinder wahnsinnig viel, vielleicht mehr als je zuvor.

Und wir sollten applaudieren und sie anfeuern und sie ermutigen. Immer und immer wieder.