Ich habe sehr viel Freude an technischen Gadgets. In den letzten zwanzig Jahren habe ich etwa ebenso viele Handys besessen und wenn ich ein paar Minuten stumpf abschalten will, schaue ich YouTube Videos über das neue iPad oder suche nach Gründen für einen neuen Computer.

Surface Book

Bei alle den wunderbaren Berichten über die Benchmarks und Leistungsdaten vergesse ich manchmal, dass weder „Videoschnitt“ noch „professionelle Fotobearbeitung“ zu meinem Alltag gehören. Der neue M1 Chip ist drölfzig mal schneller als der A12 – cool, aber wozu? Um RSS Feeds zu lesen? Der i7 im neuen Surface Book ist 50% schneller als in meinem aktuellen? Hm.. In Excel?

Insgesamt ist mein Arbeitsplatz ist ziemlich gut auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Seit fünf Jahren nehme ich mein Surface Pro 4 jetzt Tag für Tag mit in die Schule. Und es läuft und läuft. Und läuft. Bis auf den Akku, der nur noch drei bis vier Stunden hält, ist kein Unterschied zum ersten Anschalten zu spüren.

Mein Surface Book hat im Frühjahr dagegen schlapp gemacht: Bei diesem Notebook lässt sich das Display von der Tastatur abtrennen und eigenständig benutzen. Beide Bauteile haben jeweils einen eigenen Akku verbaut und der hinter dem Bildschirm war defekt.

In der Folge ließ sich das Gerät zwar noch als Notebook benutzen – aber die Trennung zwischen Bildschirm und Basis war außer Kraft. Das ist jetzt kein Weltuntergang – aber schon irgendwie ärgerlich. Der wahnsinnig große Bildschirm eignet sich nämlich prima zum Zeichnen und Schreiben.

Gelegenheit also für ein Update?

Abseits von unnötigen (und im Alltag nicht zu bemerkenden) Performanceverbesserungen kann ich jedoch nicht guten Gewissens auf dem Land leben und von Nachhaltigkeit und Umwelt schwadronieren, ohne wenigstens zu versuchen, das Gerät reparieren zu lassen.

Die Reparatur-Seite iFixit bewertet das Surface Book mit 1 von 10 Punkten auf der Reparatur-Skala; will heißen: Unreparierbar.

Ein neuer Akku für das Surface Book 1Etwas Recherche hat mich zu den „Reparaturen-Profis“ nach Bremen geführt, die mir schrieben, für 290 € würden sie beide Akkus des Surface Books erneuern.

290 € für einen Computer, der in meiner Konfiguration mal das zehnfache gekostet hat. Damit habe ich nicht gerechnet.

Obwohl auf der Werkstatt eine Reparatur innerhalb weniger Stunden versprochen wird, habe ich auf mein Gerät etwas länger verzichten müssen. Ich vermute, dass sich die Instant-Reparatur in erster Linie auf gängige iPads und iPhones bezieht. Weitere Hürde: Nicht der Akku meines Geräts war defekt, sondern die Ladeelektronik und auch dafür Ersatz zu finden, sei nicht ganz einfach.

Surface BookDrei Wochen später halte ich mein Gerät wieder in Händen und bin sehr glücklich.

Display und Basis lassen sich problemlos trennen und ich kann das Book wieder zum Kritzeln und Zeichnen oder als riesiges 13 Zoll Tablet zum Lesen nutzen.

Für eine 1 von 10 war das ziemlich gute Arbeit.

Ein neuer Akku für das Surface Book 2Die Adresse der Werkstatt habe ich mir gespeichert, wenn der Akku meines Surface Pro 4 irgendwann einmal ersetzt werden muss. Laut dem „Windows Battery Report1“ verfügt der nach 5 Jahren über 88% der Restladekapazität, da lohnt das eher nicht.

Ob das wirklich so aussagekräftig ist, wage ich zu bezweifeln (der Zähler zeigt nach 5 Jahren nur rund 400 Ladezyklen an) – aber als Richtschnur wird es schon taugen.

In nächster Zeit wird es also weder ein neues Surface, noch ein iPad geben. Eigentlich mega gut.


Disclaimer: Es gibt auf dieser Webseite keinen bezahlten Content. Dieser Artikel beschreibt schlicht Erfahrung. Ich stehe in keinem Kontakt zu die „Reparaturen-Profis“.

1: Der Batteriebericht ist leicht zu erstellen. Win+R drücken und  „cmd“ schreiben. Dann erscheint ein DOS-Fenster. Dort „powercfg /batteryreport“ eingeben und Eingabetaste drücken. Der Bericht wird unter C:\user\Benutzer als battery-report.html gespeichert.

4 Gedanken zu „Ein neuer Akku für das Surface Book“

  1. 2:1-Geräte oder Hybriden sind eben doch nicht so das, was es sein soll: Die eierlegende Wollmilchsau.
    Was sollte dieser Artikel aussagen? Ärger, Frust, Unverständnis? Microsoft hat sicherlich gute Ideen. Das hatten die schon immer. Oft – wie auch hier bei den Surfaces – hakt es aber an der Umsetzung. Zu viele Qualitätsmängel schleichen sich ein. Das OS ist die andere Sache, die nun nicht so für die eine Art von Geräten vollends entwickelt wurde. Der Tablet-Modus ist echt ein Witz. Meist wird das Surface eben doch eher als Laptop verwendet.
    Bei den iPads ist das anders – und das ist auch gut so. Hier steht Mobilität im Vordergrund. So ist auch das OS ausgerichtet. Dem einen mag das zu wenig sein. Mir persönlich reicht das aber aus, um fast alle relevanten beruflichen Aufgaben zu meistern. Nur bei genaueren Arbeiten, bei Layout zB., ist das iPad dem großen Computer noch unterlegen. Aber – so und nun zu M1&Co – das wird sich sicherlich in naher Zukunft ändern #Glaskugel. Das iPad-OS wird zunehmend erwachsen. Apple wird genau hinschauen, ob die User wirklich ein Final Cut auf dem iPad wollen (abgesehen ist Luminar super). Aber diese Rechenpower ist nun wirklich nichts fürs Sofa gedacht. Ich denke, dass der Käufer so schlau ist, der dieses Gerät in Betracht zieht. Für die meisten Aufgaben sind die Geräte der A-Reihe völlig ausreichend und können in der Reihe so mancher Notebooks mitspielen. Bei Tablets gibts da keine große Konkurrenz.
    Ich bin mir (fast) sicher, dass Apple beim M1-iPad die Rechenpower für das Ansteuern externer Monitore benötigt. Denn die 4:3-Ausgabe ist nicht sonderlich sinnvoll. Aber da sind wir wieder bei Uroborus angelangt: Soll das iPad das überhaupt können müssen? #Mobilität

    1. Ist bei mir genau andersherum: um das iPad wirklich produktiv nutzen zu können braucht man ein TypeCover – und damit ist es genauso schwer und mindestens so teuer wie ein Surface Pro und kann trotzdem nur „iPad-Apps“.
      Für mich ist ein iPad ein Spielzeug. Das Surface (weder das pro, noch das Book) möchte ich je hergeben (und ich habe mehrfach versucht, ein iPad zu nutzen). Klar nutze ich es „meistens im Laptop-Modus“ – ich will damit auch arbeiten und nicht Gardenscape spielen.

      1. Mit dem iPad spiele ich nicht!
        Eine Tastatur ist beim iPad nur optional. Ich habe zB die kleine Alu-Tastatur – klappt super. Aber dieser Verwendungszweck ist eher selten. Warum? Weil es dann wieder ein Desktop-Gerät imitiert. Wir werden sehen, was die neuen iPad-Versionen so hergeben.
        Was Apps betrifft… Was heißt „nur“ iPad-Apps. Ebensorum kann ich sagen: Unter Windows gibts meist nur Windows-(Desktop)Programme. Gerade bei der App-Vielfalt kann man sein iPad super an seine eigenen Bedürfnisse anpassen.
        Trotzalledem muss es – egal ob Windows, iPadOS, Linux – zum eigenen Workflow passen.

      2. Meine Schule wird, weil der Schulträger das so will, iPads einführen. Ich könnte heulen. In meinen Fächern (D, GE) sind die völlig unnütz, außer für Rumspielerei, die allenfalls methodisch, aber nicht didaktisch motiviert ist. Dafür werden sich die SuS im Sportunterricht weniger bewegen und mehr mit „Coach’s Eye“ herumdaddeln. Rausgeworfenes Geld, verschwendete Ressourcen.

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