EhrungZum dritten Mal haben wir an unserer Schule eine Preisverleihung durchgeführt. Dabei ehren wir die Jahrgangsbesten, den in Schule geht es nun mal auch um Leistung und die preisgekrönten Schülerinnen und Schüler sind diesbezüglich Vorbilder. Außerdem ehren wir all jene Kinder, die die größten Sprünge nach vorne gemacht haben: Solche, die ihre Schulnoten verbessert haben, andere die erlernte antisoziale Verhaltensmuster überwunden haben. Diese Kategorie liebe ich besonders: Die Kinder werden von den Klassenlehrkräften nominiert und prinzipiell jedes Kind kann Pokal und Urkunde gewinnen.
Zu guter Letzt gibt es die größten Pokale für jene, die sich in besonderer Weise um die Schule verdient gemacht haben. Als es im vergangenen Jahr einen Autounfall in der Nähe der Schule gegeben hat, rief ein Fünftklässler direkt den Notruf an und blieb auch im Nachhinein noch präsent, um mit der Polizei zu sprechen. In Zeiten, da viel gegafft und mit dem Handy gefilmt wird, ist derlei Verhalten vorbildlich.

Die Ehrung findet traditionell in der letzten Stunde vor den Herbstferien statt. Roter Teppich wird verlegt, die Empore geschmückt und die neuen 5er dürfen als Publikum dabeisitzen und ihr erstes Schulfest genießen.

In Erinnerung wird mir folgende Begebenheit bleiben: In diesem Jahr saß auch der erste Jahrgang unserer neu gegründeten Oberstufe im Publikum. „Wir sind zu alt, um noch was zu gewinnen, oder?“, war der augenzwinkernde, aber doch unterschwellig bedauernde Tenor.
Als dann aber doch einer aus ihren Reihen für die große Verbesserungen im letzten Schuljahr geehrt wurde, jubelte und applaudierte die gesamte Jahrgangsstufe und feierte den Schüler. Diese echte Freude füreinander hat mich sehr angerührt. Es war, als sei durch diesen Schüler der gesamte Jahrgang geehrt worden und das war ein wirklich kostbarer Moment.

Mit diesem Highlight gehen wir in die Herbstferien. Wohlverdient und sehr erschöpft. Via Twitter höre ich das von zahlreichen Schulen: Alle gehen auf dem Zahnfleisch. Wirtschaftliche Sorgen, gesellschaftlicher Verfall, Schule ohne Ressourcen, hohe Krankenstände und fehlende Lehrkräfte. Wir werden neue Wege finden müssen, dauerhaft gesund zu bleiben.

Eigentlich wollte ich noch von meiner kreisrunden Sitzordnung schreiben und wie sie mich überrascht hat. Und ich wollte erzählen, wie meine 5er kooperativ Präsentationen erstellen, ohne, dass ich ihnen gezeigt habe, wie das geht.

Aber das muss warten. Ich brauche jetzt ein paar Tage Auszeit.

Aber erst nach der Geburtstagsparty!

KindergeburtstagskuchenDoch bevor es ins Wochenende geht, steht noch eine Party an. Die Kindergeburtstage meiner mittleren Tochter sind bei uns ein zelebriertes Event. Jahr für Jahr gibt es wilde Schatzsuchen und Spiele. Meine älteste Tochter und ich verkleiden uns und erzählen wilde Geschichten die immer auch ein wenig gruselig, aber vor allem sehr lustig sind. Im Kreisch-O-Meter gilt: Je lauter die kleinen Gäste lachen, johlen und kreischen, desto schöner.

Dieses Jahr war wohl das letzte Mal, dass wir diesen Zirkus für die Mittlere durchgezogen haben. Zwar hatten sich die Kinder schon seit Tagen gefreut, aber im Laufe des Nachmittages merkte man doch, dass die Faszination für den Quatsch nicht mehr ganz so groß war, wie früher. Das wird wohl erst wieder relevant, wenn die jüngste in ein paar Jahren ihre Kindergartenclique gefunden hat.

Albus Dumblebart

Am Ende des Tages fällt nicht nur Albus Dumblebart völlig erschöpft ins Bett. Wir alle sind ziemlich durch und ein paar Tage Pause täten gut (diesen Blogartikel schreibe ich aus psychohygienischen Gründen – sonst liegt mir das noch im Nacken).

Aber natürlich sieht die Realität anders aus.

Schon morgen früh, spätestens um 6 werden die Kinder wie Duracell-Häschen durchs Haus rennen und nach Abenteuer, Ablenkung und Spielen krakeelen. Die Mittlere will mir die Zaubertricks aus ihren neuen Zauberkasten vorführen und meine Jüngste wird mir ihre Bücher bringen und mit zuckersüßer Stimme „ssiste sorlesen“ sagen und keine Ruhe geben, bis ich ihr eine „Gessiste sorgelesen“ habe.

Vermutlich gilt die alte Fußballerweisheit: Nach der Geburtstagsparty ist vor der Geburtstagsparty.