Unglaubliche 6 1/2 Jahren war mein Surface Pro 4 im Dauereinsatz. Im Mai 2016 habe ich hier im Blog das Surface Pro 4 als „den perfekten Lehrer-PC“ bezeichnet. Für jemanden, der viel Freude an Technik hat und dessen Smartphones öfter wechseln als die… naja, fast alles eigentlich, ist das eine ziemlich lange Zeit. Obwohl der Computer weiterhin treu seine Dienste verrichtet hat, haben mich zuletzt zwei Dinge gestört:

Surface Pro 8 vs. Surface Pro 4 2

Die Akkulaufzeit war mit 1-2 Stunden sehr beschränkt. Das ist für Unterricht zu wenig, selbst, wenn man wie ich oft im Büro sitzt. Außerdem arbeite ich mit sehr großen OneNote-Dateien und Excel-Tabellen mit hunderttausenden Einträgen und Berechnungen (die größte kommt auf knapp achthunderttausend Formeln). Da habe ich dann doch öfter als mir lieb war warten müssen. Der alte i5-Prozessor machte sich hier und da bemerkbar.

Beides ist kein Beinbruch und stellt auch keine echte Notwendigkeit dar, auf ein neues Gerät springen zu müssen. Aber: Es gab ein günstiges Angebot für das Surface Pro 8 bei Amazon (Link*), die Aussicht auf die zukünftige Preisentwicklung ist pessimistisch und ich die Unterschiede zwischen Pro 8 und Pro 9 sind marginal. Die Gelegenheit war da und ich habe sie beim Schopf ergriffen.

Unterschiede vom Surface Pro 4 zum Surface Pro 8

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Das Surface Pro 8 hat bei annähernd gleichen Gerätemaßen kleinere Displayränder und das Gehäuse hat abgerundete Kanten. Außerdem ist der Prozessor deutlich aktueller. Es gibt USB-C statt USB-A und… das wars schon?

Zunächst war ich ehrlicherweise etwas enttäuscht.

Ich denke, das ist der Fluch von ‚Peak-Technologie‚. Computer und Smartphones sind inzwischen soweit ausgereift, dass die Veränderung von einer Generation zur nächsten selbst für Technikenthusiasten kaum zu spüren ist. Was genau ist der spürbare Unterschied zwischen einem iPad Pro von 2018, 2020, 2021 oder 2022?
Für 99% aller User gibt es keinen.

Nach ein, zwei Tagen kam dann aber doch ein wohliges Gefühl auf: Alles fühlt sich spürbar (!) schneller und flüssiger an. Das liegt zum einen am Bildschirm, der 120Hz bietet (das kennt man von vielen aktuellen Handys) aber auch am Prozessor selbst. Insbesondere Ordner mit vielen hundert Bildern haben auf dem Pro 4 schonmal ein, zwei Minuten gebraucht, bis sie vollständig in der Vorschau angezeigt wurden. Das geht jetzt ruck-zuck.

Surface Pro 8 vs. Surface Pro 4 4Der neue Stift ist gewöhnungsbedürftig, aber auch nett. Im Unterschied zu den alten Stiften liegt er in einer Tasche in der Tastatur und ist flach. Beim Schreiben vibriert er sanft und vermittelt  tatsächlich den Eindruck, auf Papier zu schreiben. Die Latenz (also die Verzögerung von Input bis man etwas auf dem Bildschirm sieht) ist so klein, dass beim Schreiben und Kritzeln kein Unterschied spürbar ist. Ich schreibe wieder mehr mit der Hand – aber das mag auch der Freude an etwas Neuem geschuldet sein.

Gibt es Blödes?

Ja – Kleinigkeiten. Als Arbeitsgerät in Physik- und Technikräumen wird mein schwarzes Surface Pro 8 auf der Rückseite und den Seiten von Kratzern nicht verschont bleiben – die sieht man auf einem schwarzen Computer deutlicher, als auf einem silbernen. Jede Schramme wird silbern aufleuchten. Bei Etsy habe ich mir deshalb passende Gehäuse-Aufkleber („Skin“) bestellt. Die schützen das Gerät nicht vor Stürzen aber zumindest vor Kratzern.

Blöd ist, dass man eine neue Tastatur braucht – die alte ist nicht kompatibel und die neue mit Stift teuer. Außerdem lässt sie sich nicht mehr „verkehrt herum“ andocken, um sie auf den Rücken des Surface zu klappen.

Auch die Anordnung der Knöpfe ist gewöhnungsbedürftig: Power ist rechts, Lautstärkewippe links. Eine Entscheidung, die mit dem aktuellen Pro 9 wieder rückgängig gemacht wurde. Power Rechts ist deswegen dämlich, weil er durch die seitliche Anordnung in der Tasche auch mal gedrückt wird.

Fazit: Ich will nicht zurück.

Nach zwei Wochen bin ich absolut zufrieden mit dem Surface Pro 8.
Alles geht schnell und leise und Windows 11 ist eine optische Augenweide. Ich hatte es zwar auch auf meinem Pro 4 installiert, aber bei 120 Hertz laufen die Übergänge und Animationen flüssiger. Trotzdem: Das Surface Pro 4 war schon so gut, dass der Sprung, obwohl das Gerät vor 7 Jahren auf den Markt kam, nur ein kleiner ist. Angesichts der Tatsache, dass ich das Gerät jeden Tag in der Schule im Einsatz hatte und es bis heute völlig stabil läuft, würde ich jeder Lehrkraft blind zu einem Surface raten. Es ist und bleibt für mich „der perfekte Lehrer-PC“. Qualität rechnet sich. Wenn ich das Surface Pro 8 auch wieder fünf bis sechs Jahre nutze, dann ist das Gerät schlicht ein no-brainer.