Weshalb PowerPoint großartig ist!

Man kann die vielen Abgesänge auf PowerPoint gar nicht mehr zählen. Ob der SPIEGEL (Schluss mit dem Powerpoint-Massaker) oder der Lehrerfreund (Powerpoint-Pest) – allenthalben wird über das Programm (und die Benutzer) geschimpft, dabei gibt es nicht nur unglaublich fantastische Präsentationen, wie bspw. der Vortrag “Identity 2.0” von Dick Hardt1 (wirklich sehenswert – so geht’s auch!), sondern Powerpoint bietet gerade Lehrern nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten.

“nahezu unerschöpfliche…” bitte was?! Wo denn?

Beim Erstellen von Unterrichtsmaterial.

Viele Lehrer nutzen ausschließlich Word (bzw. ein äquivalentes Textverarbeitungsprogramm), um ein Arbeitsblatt zu erstellen. Dabei ärgert man sich dann stets mit der Formatierung herum: Immer fängt man oben links an zu schreiben. Möchte man dann rechts oder unten oder oben noch zusätzliche Informationen einbringen (z.B. das ‘erreichte-Punkte’-Feld neben jeder Aufgabe), muss man mit Textfeldern arbeiten, die sich immer wieder verschieben.

Es geht einfacher.

Mit Powerpoint kann man nicht nur langweilige Präsentationen vorführen, sondern auch Arbeitsblätter erstellen: Dazu muss man die Foliengröße nur auf “A4 – hochkant” ändern. Konkretes Beispiel:

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Man fügt einfach Formen ein (Einfügen –> Formen) und füllt diese mit dem passenden Text (anklicken – losschreiben). Ich kann überall passende Bilder einfügen und auch bearbeiten. Will ich viele einzelne Formen zusammenfassen (im Bild: die Reihenschaltung), dann kann ich sie gruppieren, damit ich nicht aus Versehen die Lämpchen verschiebe.

Natürlich ist PowerPoint nicht mit Adobes InDesign zu vergleichen. Aber wer nutzt das schon? Zusammen mit meinen Kollegen haben wir mehrere Workbooks (in NW und Arbeitslehre Technik) erstellt.

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Die Vorteile liegen auf der Hand: PowerPoint ist recht intuitiv zu bedienen und auf fast jedem Computer bereits installiert. Dadurch kann man sich ganz auf den Inhalt konzentrieren und muss nicht noch mit dem Programm kämpfen.

Nun also… beim nächsten Bericht darüber, wie schlimm die Welt durch PowerPoint geworden ist, denkt an diesen Artikel und daran, wie viel Zeit und Mühe es die Jungs von der NASA gekostet haben muss, ständig solche Tafeln vorzubereiten. 😉


Quelle: Life

1: Mir ist durchaus bewusst, dass Hardt nicht wirklich Powerpoint benutzt, sondern das Apple-Äquivalent. Der Kerngedanke (“Präsentationen sind buuh!”) bleibt jedoch der gleiche.

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16 Responses to Weshalb PowerPoint großartig ist!

  1. Claudia says:

    Ja wunderbar – was für eine herrliche und einfache Idee! Werde ich gleich mal umsetzen und testen. Danke dafür!

  2. Herr Rau says:

    >PowerPoint ist recht intuitiv zu bedienen und auf fast jedem Computer bereits installiert.

    Das gilt sicher für Rechner von Leuten, die generell wenig Software installieren und nicht wissen, was es gibt. Für die ist der Tipp, PP für Arbeitsblätter zu benutzen, wohl auch sinnvoll – wer keine anderen Werkzeuge als MS Office hat, sollte das wenigstens gut benutzen. Differenzierter ist das bei Rechnern von Leuten, die sich mehr auskennen.
    Ich finde es gut, dass du Lehrer ermunterst, schöne Arbeitsblätter zu erstellen. Aber mir geht die Microsoft-Reklame etwas zu weit. In meiner idealen Welt weiß man als erstes, welche Werkzeuge es gibt, und wählt dann bewusst das geeignete aus.

    • Das kann ich nachvollziehen – aber du bist da eher die Ausnahme, als die Regel (womöglich gilt das für die meisten bloggenden Lehrer..?!).
      Höre ich mich im Kollegium um (-> reale Welt), gibt es außer Office nichts, für manche nicht einmal das.
      (Der Focus auf Microsoft liegt bei mir halt am Alltag – aus den gleichen Gründen schreiben Kollegen über den iPad-Einsatz und nützliche MacProgramme.)

  3. Herr Rau says:

    > reale Welt

    Eine Realität von vielen, und – wie alle – eine, die von interessierten oder desinteressierten Parteien erschaffen wird.
    Der pädagogische Eros macht halt bei mir auch vor den Kollegen nicht halt – ich halte es für wichtiger, Grundlagen im Umgang mit Software zu schaffen, als dass schöne Arbeitsblätter herauskommen.

    Nicht dass ich etwas gegen Powerpoint oder Word als Programme habe; ich arbeite nicht damit und kann wenig dazu sage. Welche Programme benutzt werden, ist ohnehin egal – welche Dateiformate, darum geht es.

  4. Jörg says:

    Gänzlich unbeachtet bleibt Publisher.
    Ebenfalls sehr intuitiv zu bedienen, aber dann im Detail m.E. gerade für Layoutgeschichten besser als ppt.
    Fürs Texteingeben muss man halt ein Textfeld anlegen – also wie in ppt.
    Seiten lassen sich duplizieren, Hilfslinien zur Ausrichtung reinziehen.

    Geschwind eine Vorlage erstellt, dupliziert und ab die Luzi.

    • alpha says:

      aber zu unbekannt – und wenn man es hat, kann „kein Mensch“ die Dateien lesen …

      Powerpoint (oder OpenOffice davon oder sowas) ist einfach bekannter – wobei den Trick (auf A4 umstellen) kannte ich noch nicht bzw. war nicht darauf gekommen.

      Werde das mir mal merken und beim nächsten Mal, wo mich Word in den Wahnsinn treibt, versuchen ….

    • schülerabc says:

      Das Problem bei Publisher besteht darin, dass das Programm nur für Windows und nicht für Macs verfügbar ist.

      (Wir layouten unsere Schülerzeitung mit Publisher und ich musste mir deshalb extra Windows installieren.)

  5. Andreas says:

    MS Office hat momentan den für mich großen Vorteil, dass ich mich an den phasenweise umständlichen, aber am Ende vom Ergebnis her ansehnlichen Formeleditor gewöhnt habe. Gibt es da andere Alternativen (nicht OpenOffice it Addons), die man nutzen und empfehlen kann? LaTeX liefert zwar tolle Formeln, aber die Arbeitsblätter sehen einfach nur dämlich auf und die Bedienung ohne entsprechende Pakete ist nahezu unmöglich.

  6. Sächsin says:

    Danke für den Tipp. 🙂

    Ich nutze für die Erstellung OpenOffice und ärgere mich immer wahnsinnig, wenn die Datei auf’m Stick am Schulrechner falsch angezeigt wird und Bilder sind fast immer weg.
    Oft arbeite ich auch mit OpenOffice:Draw, aber das ist eine Bitzelei.
    PowerPoint werde ich ausprobieren … wenn ich mal Zeit habe … in den Herbstferien. 😉
    LG Sächsin

  7. criz says:

    Ich nutze Scribus für Arbeitsblätter, Flyer oder Zeitung.
    Läuft nicht nur unter Linux sondern auch unter WIndows und ist OSS.
    Das bedeutet, auch die Schüler können das Programm benutzen. Sowohl in der Schule, als auch zu Hause.

  8. Ingo says:

    Alles was du beschrieben hast mache ich auch mit dem normalen Word. Warum also ppt? Und das Problem mit ppt ist ja weniger die Technik als solche, sondern die Tatsache, dass Informationen bewusst – weil man ja nur kurz schreiben soll – verkürzt dargestellt werden und wurden.

    Wie immer geht es um die eigentliche Frage: Was möchte ich machen und welche Software unterstützt mich dabei optimal. Arbeitsblätter mache ich daher immer mit einer Textverarbeitung. Halte ich ein Referat, so unterstützt mich eine ppt-ähnliche Software. Im Unterricht habe ich es gerne interaktiver und spontaner. Daher nehme ich dort Dokumentenkameras / Folien / digitale Tafeln / iPad mit Adapter für Beamer.

    Das auch ich immer noch Word benutze liegt am Formeleditor und den Layout-Möglichkeiten, die dort einfach am besten sind. Page hat keinen Formeleditor. Latex ist zum Layouten schwierig. OpenOffice ist auch nicht wirklich angenehme zu benutzen, aber leider die einzige Alternative.

  9. Jörg says:

    Aus meiner Seele gesprochen… es geht fix/intuitiv und sieht auch noch gut aus. Man traut sich ja kaum noch zu sagen, das Man(n) PPT benutzt… ich oute mich also auch :-). Arbeitsblätter/Tafelbild in PPT gebastelt und per PDF und iPad „gebeamert“ und auch gleich in die eLearning Plattform der Schule gestellt (Neusprech: toller „Workflow“) 😉

  10. Frau B says:

    Ich finde ppt auch super um Arbeitsblätter zu gestalten. Kann mir gar nichts besseres vorstellen, nutze aber ehrlich gesagt auch am liebsten Windows und Microsoft-Produkte.

  11. Martin Däniken says:

    Hachja,in meiner Schulzeit gab es noch Vervielfältigungsmaschinen,diese Dinger mit Kurbel,hachja!
    Was es aber heute gibt ist Powerpoint-Karaoke!
    Mutige Pädagogen können damit Improvisationsvermögen,IIntellekt und evtll Schadenfreude fördern ;-).

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