Bestattung, Diamanten und Beethovens Haare

29. November 2013 3 Von

Ordinär in Sarg oder verbrannt in einer Urne, eingefroren in flüssigem Stickstoffkonserviert und ausgestellt oder verteilt im Weltall. Die Möglichkeiten sich heutzutage bestatten zu lassen sind riesig und Tag für Tag kommen neue, kuriose Verbringungsarten der sterblichen Überreste hinzu. Eine der herrausragendsten Arten seine Gebeine konservieren zu lassen bietet die Firme LifeGem aus den USA. Nach einer erfolgreichen Verbrennung der Gebeine kann man als Angehöriger die angefallene Asche vorbeibringen und in Diamanten verwandeln lassen. Doch wie funktioniert das?

Graphitstruktur

Graphitstruktur

Kann man wirklich aus der Asche von Toten Diamanten machen? Die Asche die bei der Feuerbestattung übrig bleibt besteht zu einem Teil aus reinem Kohlenstoff. Der entstandene Kohlenstoff liegt in der sogenannten Graphit-Modifikation vor.

Graphit besteht aus Schichten aus Kohlenstoffsechsringen, ist schwarz und schmierig. Um nun aus dem Graphit einen Diamanten zu bekommen benötigt man 60000 bar Druck und 1500 °C.

Diamantstruktur

Diamantstruktur

Durch den hohen Druck und die hohen Temperaturen ordnen sich die Kohlenstoffatome im Graphit neu an. Sie bilden nun eine geordnete dreidimensionale Kristallstruktur, die Diamantstruktur. Der fertige Diamant wird anschließend geschliffen und verwogen und kann dann als Schmuckstein getragen oder ausgestellt werden. Desweiteren kann durch verschiedene Zusätze auch noch eine Diamantfarbe gewählt werden. Den günstigsten Aschediamanten erhält man schon ab 2000 $. Doch es kommt noch besser.

Neben der Privaten bestattung bietet LifeGem auch Diamanten zum verkauf die aus den verbrannten Haaren von prominenten Toten stammen. Den Anfang machten sie mit 10 Haaren von Ludwig van Beethoven. Der daraus hergestellte Diamand wurde für einen guten Zweck auf der Internetseite von LifeGem versteigert. Diamanten aus weiteren Prominenten wie Albert Einstein und Marilyn Monroe  sollen folgen. Da der gesamte Ablauf auch über den Postweg erfolgen kann, steht also der Verwandlung in einen Diamanten nichts mehr im Weg. Wer Oma also als Halskette tragen möchte… Auf gehts – bald ist Weihnachten!