Au revoir

19. Juni 2015 3 Von Jan-Martin Klinge

IMAG0785Heute wurden die 10. Klassen verabschiedet. Die Schüler haben ein sehr kurzweiliges Programm auf die Beine gestellt, die Reden waren kurz und – was mich wirklich beeindruckt hat – die Klassen haben verschiedene Lehrer auf die Bühne geholt und sich sehr höflich für die Arbeit bedankt. Besonders die “alten Klassenlehrer” aus der Unterstufe wird das sehr gefreut haben, gerät man doch leicht in Vergessenheit.

Meine Fußball-10er haben sich bei mir für all den Unsinn bedankt, den wir gemeinsam getrieben haben. Eine tolle Zeit war das und ich musste mir tatsächlich eine Träne verdrücken – die habe ich schon ganz schön gern!
Zum Abschied schenkten sie mir BVB-Utensilien und (wohl von einigen uneinsichtigen Schülern ausgesucht) einen Schalke-Becher.

Angesichts Loriotscher Vorkommnisse in diesem Land und weil ich zukünftig als Moderator direkt für das Schulamt tätig bin (Bewerbung erfolgreich! Wuhuuu!), fahre ich mittags brav zur höheren Dienststelle, um diese “Belohnungen” (§59 LBG) anzumelden und “jeden Anschein von Bestechung” zu vermeiden.

Dort werden meine Geschenke kritisch beäugt und mit einem blauen Kugelschreiber mein Name und der Sachverhalt notiert. Anschließend der Wert der Geschenke ermittelt. “Bis zehn Euro is in Ordnung!”, schnarrt man mir entgegen.
Ich nicke pflichtbewusst. Der Schalke-Schal an der Wand lässt böses ahnen.
”Also ich sach ma”, heißt es nach endlosen Minuten, “den Schalke-Becher und die Taschentücher für schlechte Zeiten könn Se behalten. Die Zeckentasse muss wech.”

Ich kneife die Augen zusammen.

Das meint der doch nicht ernst.

Tut er.

Und sein hämisches Grinsen ist nicht zu übersehen. Aber bevor ich reagieren kann, sind Tasse und singender Kugelschreiber (okay, auf den hätte ich verzichten können!) in eine Schublade geräumt. Mürrisch werde ich beiseite gewedelt. “Se ham ja die Taschentücher zum trösten!”

Meckerndes Lachen.

“Au revoir!”