Neuer Job. Erste Schritte.

Neuer Job. Erste Schritte.

Die erste Woche in meinem neuen Job als Abteilungsleiter einer Gesamtschule ist fast rum. In diesen Tagen habe ich wahnsinnig viele Eindrücke aufgenommen und unendlich viel neues gelernt. Tatsächlich war ich so ein- und angespannt, dass die vergangenen Tage jetzt schon zu verschwimmen drohen.

Montag und Dienstag – vor dem offiziellen Unterrichtsbeginn – habe ich viel Zeit in Fachkonferenzen verbracht. An meiner aufstrebenden Schule müssen die Lehrpläne erst noch entwickelt werden, also setzt man sich zusammen und entscheidet gemeinsam, ob man bspw. erst die Bruchrechnung oder erst den Umgang mit Rationalen Zahlen zum Thema macht. Außerdem wurde die naturwissenschaftliche Sammlung rundherum erneuert: Das bedeutet, Dutzende alte Schränke ausmisten (man hat immer Angst, auf einer der alten Gerätschaften noch ein Hakenkreuz zu finden) und jeweils entscheiden, ob es Müll ist oder womöglich noch brauchbar. Dann das neue Zeug einsortieren. Das ist sehr.viel.Arbeit.
Arbeit, die in dieser Woche jeden Nachmittag in Anspruch genommen hat und wohl bis Oktober noch viele Nachmittage fordern wird.

Außerdem haben die neuen Klassenlehrer der 5 die Tage geplant. Nach den Renovierungsarbeiten mussten die Klassen wieder bestuhlt und be-tischt werden. Außerdem der Kuchenverkauf organisiert werden. Stühle gestellt. Farbige Buttons für jeden Schüler gemacht werden. Und das Luftballonfest musste vorbereitet werden.
Nebenher und bis spät abends: Unterricht vorbereiten, Listen durchgehen und immer der fiese Gedanke, ob ich nicht irgendwas vergessen habe.

Als Abteilungsleiter werde ich diese Einschulungszeremonie zukünftig jedes Jahr durchführen und so habe ich mir alles haarklein notiert, damit ich nächstes Jahr (hoffentlich) nicht ganz so viele Fragen stellen werde.

Der Tag, auf den ich mich am meisten gefreut – aber vor dem ich auch den größten Respekt hatte – war dann heute.

Hundert neue Fünftklässler samt Familie saßen erwartungsvoll in der Aula und waren aufgeregt und gespannt und vorfreudig und sorgenvoll. Und ich sollte vorne stehen, das Programm durchmoderieren, den Kindern Begeisterung schenken und den Eltern die Sorgen nehmen.
Begleitet wurde das Programm von kreativen Elementen der höheren Jahrgänge. Es wurde getanzt, Gedichte vorgelesen und die neuen Fünfer in verschiedenen Sprachen begrüßt (ich hätte an dieser Stelle klingonisch beitragen können!).

Nach rund 30 Minuten sind die dann mit ihren Klassenlehrer*Innen in ihre neuen Räume verschwunden und ich hatte Gelegenheit, den Eltern jenen Punkt mitzugeben, der mir am bedeutsamsten ist:

Vertrauen.

Gerade in diesen Tagen scheint es wichtiger denn je, sich auf gemeinsame Werte zu besinnen. Wie jedes Elternteil auch wollen wir das Beste für jedes einzelne Kind. Und das ist oft schön, aber manchmal auch anstrengend. Wenn Eltern uns vertrauen, mit uns zusammenarbeiten und mit uns gemeinsam in die gleiche Richtung ziehen, dann werden die nächsten Jahre eine herausragend schöne Zeit. Dann wird Schule zu einem Ort, auf den man sich auch freuen kann. Aber die Grundlage jeder erfolgreichen Arbeit, ist Vertrauen.

Ich glaube, das habe ich sehr deutlich gemacht.

Im Anschluss hochgespurtet und noch ein wenig Zeit mit meiner Klasse und meiner Co-Klassenlehrerin verbracht. Fahrkarten ausgeteilt und die Luftballons für das Fest verknotet.

Bei gutem Wetter und perfektem Wind haben wir dann über hundert Ballons in den Himmel geschickt. Der erste Schultag endete für Eltern und Schüler so mit einem Blick in die Luft, den Ballons folgend – in Gedanken voller Erwartungen und Wünsche.

Ich habe mich dagegen wieder in die NW-Räume gestürzt. Zusammen mit gutgelaunten Kollegen haben wir bis in den Nachmittag hinein geräumt, geputzt und weggeworfen. Abends jetzt noch Unterricht vorbereiten und Ordnung in meine Aufschriebe bringen.

Das Arbeitspensum ist aktuell enorm – bis morgen nachmittag werde ich wohl die 60h-Woche reißen. Ein Dauerzustand soll das nicht werden, aber es ist schon faszinierend zu sehen, welch andere Aufgaben und auch wie viel mehr Arbeit diese Stelle mit sich bringt. Eine krasse Veränderung im Vergleich zu letztem Jahr.

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