Kurskiosk

Kurskiosk

28. Februar 2019 0 Von Jan-Martin Klinge

An meiner Schule haben wir die Karnevalstage mit einer intensiven, pädagogischen Konferenz eingeläutet, die auf drei wesentlichen Säulen ruhte: Dem „Classroom Management“ für mich als Lehrer, der Schaffung eines „Erziehungskonzepts“ für uns als Schule und zuletzt der Säule „Fortbildung“ für uns als Kollegium.

Für den letzten Part habe ich mir intensive Anregung bei Sonja Hennig geholt, bei der mir das sogenannte „Kurskiosk“ zuerst begegnet ist. Dieser Idee liegt folgende Annahme zugrunde: Wir haben im Kollegium eine Vielzahl an wirklich klugen Köpfen mit großartigen Ideen. Dies kann sowohl auf der methodischen Ebene liegen („Herr Müller hat das Gruppenpuzzle perfektioniert“), als auch auf der technischen („Frau Meyer hat Erfahrungen im Einsatz von Padlets“) oder beliebigen alternativen Bereichen.
Das blöde ist oft, dass diese Expertisen nur einem kleinen Kreis bekannt sind und einem noch kleineren zugänglich gemacht werden. Das ist eigentlich schade – denn womöglich würden noch mehr Leute Padlets einsetzen, wenn sie nur wüssten, wie das geht.

Unser Kollegium teilt sich ein gemeinsames OneNote Notizbuch, in dem jeder Lehrer nun eine kleine Fortbildung für „ihr“ Spezialgebiet anbieten können. Alle interessierten Kollegen können sich nun problemlos als Interessenten eintragen und sobald sich drei Leute versammelt haben, findet diese kleine, schulinterne Fortbildung statt.

Durch das Notizbuch haben alle Lehrerinnen und Lehrer zu jeder Zeit Zugriff und können sich anmelden. Außerdem haben wir noch eine zweite Seite implementiert, die sich „Ich wünsche mir…“ nennt. Dort können wir uns Fortbildungen zu bestimmten Bereichen/Methoden/Apps etc. transparent wünschen. Andere Lehrer können sich anhängen und evtl. findet sich auch jemand, der uns das beibringen kann.

Diese Form der Kooperation erzeugt (hoffentlich) einmal ein noch stärkeres Gefühl der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung im Kollegium und erzeugt im gleichen Maße eine immer höhere Expertise: Wir werden immer besser in dem, was wir tun und wir nehmen uns gegenseitig mit. Die Kommunikation via OneNote erleichtert die Organisation des Systems, da die Angebote nicht in einem Ordner im Lehrerzimmer, sondern allen immer vor Augen stehen.