Surface Studio

Schulendspurt.
Meine Tage sind mehr als voll und es gibt soviel zu berichten. Gestern zum Beispiel Elternabend gehabt und den neuen 5er-Eltern unser – oder vielmehr ihr – Tablet-Projekt vorgestellt. Das wird aufregend – mehr dazu aber später in der Reihe Tabletschule im Aufbau.

Natürlich verbringe ich gerade auch Zeit in der Sonne mit meinen Kindern. Mit jedem Jahr mehr komme ich zu den Punkt, dass die Restaurierung des Pools doch keine ganz schlechte Idee meiner Frau war.

Besonders aufregend aber: Durch etwas Glück habe ich die Gelegenheit bekommen, in den kommenden Monaten einen ganz besonderen Computer auszuprobieren: Das „Surface Studio“.

Ich habe neulich schon einmal darüber geschrieben, dass mein Smartphone mehr wert ist, als mein Auto. Die Dinge, mit denen ich mich jeden Tag viele Stunden auseinandersetze, sollen möglichst Qualität haben. Ein Auto, in dem ich täglich nur zwanzig Minuten verbringe ist mir nicht so wichtig, wie ein Computer, mit dem ich mich täglich mehrere Stunden auseinandersetzen muss. Davon ausgehend kann ich jeden verstehen, der sich für ein- bis zweitausend Euro ein iPad, Macbook oder Surface Pro kauft.

Die Variante „Noch eins drauf“ ist das „Surface Studio“.
Dabei handelt es sich um einen All-in-One-PC (d.h. es gibt keine Trennung zwischen Monitor auf und hässlicher Kiste unter dem Schreibtisch). Das besondere: Der 28-Zoll große Bildschirm lässt sich – genau wie bei den Surface-Tablets – sehr stark neigen und dann mit einem Stift als gewaltiges Grafiktablet nutzen. Einen ekelhaft guten Eindruck bietet das Werbevideo von Microsoft hier.

  

In meinem Alltag muss es sich gegen ein Surface Pro 4 behaupten, das bei mir zu Hause mittels Dock an zwei externe Monitore angeschlossen wird. Mein Workflow besteht – lehrertypisch – zu 95% aus Office. Ich erstelle und organisiere meinen Unterricht mit OneNote und erschaffe Material mit PowerPoint. Das funktioniert mit dem „Studio“ genauso, wie mit dem kleineren Surface Pro – subjektiv etwas schlechter, weil ich mich bei Tastatur und Maus umgewöhnen muss.

Nervig ist, dass der Lüfter des Studio permanent zu hören ist. In einem größeren Büro oder Lehrerzimmer wäre er wohl nicht zu bemerken – aber im stillen Arbeitszimmer ist er wahrnehmbar. Das stört und scheint unnötig – die aktuellen Surface Pros werden weitgehend passiv gekühlt und meine tägliche Arbeit lässt die CPU-Belastung kaum je über 5% steigen.

Die große Stärke ist das mit dem Stift bedienbare Display. Es macht den entscheidenden Unterschied zu allen anderen Computern aus. Letztlich lässt sich das Surface Studio auf dieses Fazit reduzieren: Nutzt man den riesigen Bildschirm zum Zeichnen, ist es schlicht konkurrenzlos – ansonsten ein Computer wie jeder andere auch.

Und wirklich: Wenn ich mich meinem heimlichen Hobby, dem sketchnoting, hingebe, ist das Surface Studio eine Klasse für sich. Die schiere Größe des Bildschirms ermöglicht ein Ablegen des halben Arms, Zeichnungen werden riesig groß. Es ist nicht in Worte zu fassen. Zu keinem Zeitpunkt hat mir das Zeichnen mehr Spaß gemacht, als hier.

Der Preis von 3500 € aufwärts schreckt natürlich ab. Andererseits: Schaut man sich einen alten Vobis-Katalog aus den 90ern an (Vobis war ein Computer-Zulieferer), erinnert man sich, dass solche Preise früher nicht unüblich waren. Damit verglichen, ist das Surface Studio nicht zu teuer sondern im Preis schlicht angemessen. Ich erinnere mich dunkel, dass unsere ersten Familien-Computer damals dieser Preisklasse entsprangen. Verrückt, wie ich mich daran gewöhnt habe, sehr gute Hardware für unter 1000 € zu kaufen.

Drei Monate habe ich Zeit zum spielen und experimentieren (ich muss übrigens weder eine Gegenleistung erbringen noch hinterher besonders begeistert tun oder irgendwas). Ich freue mich darauf, mich insbesondere in den Ferien mal ins Zeichnen zu stürzen und außerdem bin ich gespannt, ob ich dann im September genug habe – oder meiner Frau erklären muss, wieso ich ganz unbedingt dieses Gerät haben muss.

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