Tabletschule im Aufbau #7: Zwischenbemerkung

In unserer Reihe „Tabletschule im Aufbau“ haben wir uns vom einer Standortanalyse über Schwachpunkte und Medienkonzept hin zum ersten Antasten bewegt (hier der Link zur ganzen Reihe). Heute soll kurz Zeit für eine Zwischenbemerkung sein (sozusagen eine Mythenmetzsche Abschweifung).

In meiner Aufgabe als Abteilungsleiter bin ich nicht nur verantwortlich für die Jahrgänge 5-7, sondern unter anderem auch für den Kontakt zu den Grundschulen und den reibungslosen Übergang zwischen den Schulformen. Im letzten halben Jahr habe ich dazu an einem „Herzlich Willkommen“-Heft gearbeitet, das alle neuen Schülerinnen und Schüler in die Hand bekommen sollten. Darin steht dann, wie ein normaler Schulalltag abläuft und wie die Busse fahren. Wie die ganzen Lehrer heißen und welche aufregenden Sachen man in der Pause machen kann. Wo man die Bibliothek findet und die Mensa und was die SV macht und wohin die Klassenfahrt geht.

Leider ist es nicht mehr so rechtzeitig fertig geworden, dass wir es den Kindern noch vor den Sommerferien in die Hand hätten drücken können. Statt dessen habe ich mir eine Alternative überlegt:
Im Zuge der Tabletklassen haben alle Eltern (direkt oder per Post) viele Informationen bekommen (dazu später mehr), unter anderem auch die Zugangsdaten zu Office und dem Schul-E-Mail-Account. Allen neuen Schülerinnen und Schülern habe ich eine E-Mail geschrieben. Ihnen schöne Ferien gewünscht, zum erfolgreichen Einrichten des Kontos gratuliert und dieses Heft als Anlage an die Mail gehängt.

Und vielleicht war das eine richtig gute Idee.

Denn über die ganzen Ferien verteilt bekomme ich Antwort-Mails von meinen zukünftigen Schülerinnen und Schülern. Das alles geklappt hat und sie sich auf die Schule freuen und auch mein persönliches Highlight:

„Danke jetzt weiß ich wie es in der neuen Schule immer abläuft,wan ich schluss habe.
Ich habe jetzt keine angst mehr vor der Schule.“

Wann immer sich die Ferien dem Ende nähern, wächst in mir der Selbstzweifel: Kann ich das überhaupt noch? Habe ich nicht alles verlernt? Was ist, wenn dieses oder jenes schiefgeht? Gibt es irgendwas, was ich vergessen habe? Was kann ich noch vorbereiten, um mögliche Probleme direkt zu verhindern?

Immer wieder finde ich mich in jenem Worst-Case-Denken wieder, das mich auch in meinem Staatsexamen intensiv beschäftigt hat: Ich habe Tafelbilder vorbereitet, für den Fall, dass der Strom ausfällt. Einen zweiten Beamer gehortet, falls der erste kaputt geht. Ganze Schattenstunden erstellt, um zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine Alternative zur Verfügung zu haben.

Mit jeder E-Mail, die ich von einem Schüler, einer Schülerin erhalte, sinkt meine Sorge. Und nach dieser, schönsten Mail von allen, die mir verdeutlicht, dass sich die vielen Stunden, die ganze Arbeit gelohnt hat, bleibt der wichtigste Satz präsent:

Ich habe jetzt keine Angst mehr mehr vor der Schule.

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