Für mich ist das Schuljahr fast rum – wenn auch in eher deprimierender Weise.
Normalerweise entlasse ich die Kinder am letzten Schultag immer mit einer sozialpädagogischen Übung: Jeder Schüler schreibt seinen Namen auf ein großes Blatt und dann laufen alle reihum und schreiben nette, wunderbare Dinge auf die Blätter der Mitschüler. Anschließend geht jeder nach Hause mit einer Fülle an Komplimenten und guter Gedanken. In diesem Jahr war das offenkundig nicht möglich – also mussten meine Co und ich nach Alternativen suchen. Und als ich schon am Kopierer stand und aufregende Mathe-Arbeitsblätter zur Umrechnung von Längeneinheiten kopieren wollte, hatte meine Co-Klassenlehrerin eine ganz wunderbare Idee.

Das Corona-freundliches Spiel lässt sich in Worten in seiner Dynamik nur schwer beschreiben – darum verlinke ich hier ein Youtube-Video. Im Kern geht es darum: Auf dem Boden verteilt liegen 30 Hula-Hoop-Reifen in einer langen, kurvigen Linie. An beiden Enden der Schlange stehen zwei Teams. Auf „Los“ hopst von jedem Team ein Spieler von Ring zu Ring, bis die beiden sich gegenüberstehen. Dann wird Schere-Stein-Papier gespielt. Der Verlierer muss die Ringe verlassen und der nächste Spieler seines Teams hopst los. Unterdessen springt der Gewinner weiter und versucht das Ende der Hula-Hoop-Schlange zu erreichen. Wieder treffen sich zwei Spieler. Wieder wird gespielt. Wieder darf der Gewinner weiterhüpfen und der Verlierer muss gehen. Gewonnen hat, wessen Team zuerst komplett auf der anderen Seite ist.

Wir haben im Laufe dieses Jahres zahlreiche pädagogische Spiele mit unserer Klasse gespielt und ich habe oft darüber berichtet. Man spürt, wie sehr den Kindern das gefehlt hat. Die Interaktion mit der ganzen Klasse. Die Lautstärke. Das Lachen. Das Toben.

Weil wir keine Reifen hatten, haben wir Kreise auf den Boden gemalt. Und um die Schlagzahl zu erhöhen, haben wir gleich zwei Spielfelder aufgemalt und geschlechtergetrennt gespielt: Die eine Hälfte der Jungs gegen die andere Hälfte und ebenso bei den Mädchen. Und wie sehr gelacht und geschrien und geschwitzt wurde. Alles ohne Kontakt. Alles bei bestem Wetter.

Anschließend die Zeugnisübergabe im Freien und der Entlass in die wohlverdienten Ferien.

Als Schulleitung arbeiten wir noch die erste Ferienwoche durch – aber ohne Schüler und im leeren Gebäude ist das ein entspanntes Auslaufen für organisatorische Dinge. Da freue ich mich schon drauf.