In den letzten Unterrichtsstunden vor den Ferien habe ich mit den Schülern (und einer anwesenden Lehramtsanwärterin) meinen Unterricht ausgewertet. Das habe ich früher mit Feedbackbögen oder Onlinetools gemacht (Artikel dazu), aber ich bin lieber direkt im Gespräch mit meinen Klassen. So lassen sich Wünsche oder Kritikpunkte direkt (und sachlich) erklären. Insbesondere hat mich natürlich eine Auswertung des Distanzlernens interessiert: Was lief gut? Welche Tools waren hilfreich? Was war Quatsch?

Für das kommende Schuljahr wünschen sich alle Schülerinnen und Schüler unisono weitere und mehr Anleitungsvideos. Die hätten sehr geholfen. „Nur eines, das hat irgendwie keiner verstanden, Herr Klinge!“
Am Unterricht geäußerte Kritik ist für mich immer ein gutes Zeichen für die herrschende Gesprächsatmosphäre. Ich mache die Videos gerne und auch gerne neu – fordere aber für die Zukunft auch zeitnahe Rückmeldung ein, wenn eines unverständlich oder zu schnell ist. Außerdem sind die Quizzes hilfreich, die ich mit Microsoft Forms erstelle – davon gerne mehr und variantenreicher. Das ist eine Aufgabe, die ich mit in die Fachschaftssitzung nehme, damit der Austausch unter den Kolleginnen und Kollegen noch besser gelingt.

Angeregt durch Mareike Baumgärtner (der ich natürlich im #Twitterlehrerzimmer über den Weg gelaufen bin) habe ich begonnen, die Regelhefteinträge neu zu gestalten.

Dabei arbeite ich viel mit Farben, unterschiedlichen Schriftarten und einer Mischung aus klaren Linien und (scheinbar) handgezeichneten Design.

Die Poster sind natürlich kein „Schau es dir an und begreife es“ – Medium, sondern eines, das im Nachhinein der Erinnerung auf die Sprünge hilft: „Wie war nochmal die Formel für die Zylinderoberfläche?“
Unsere Schüler führen von Klasse 5 an ein Regelheft mit sich, das auch bei Klassenarbeiten genutzt werden darf, indem sich diese Einträge alle wiederfinden.

Wenn ich in den kommenden Tagen die ersten neuen Erklärvideos für das neue Schuljahr erstelle, versuche ich, den Posteraufbau systematisch einfließen zu lassen. Da ich alle Poster mit PowerPoint erstellt habe (ein unterschätztes Programm!), sollte das eigentlich klappen.

Mit meiner wunderbaren Co-Klassenlehrerin Franziska Sommer habe ich überdies in den letzten Wochen an einem weiteren Buch aus der Reihe „Naturwissenschaft unterrichten“  gearbeitet.

Bedingt durch die Schulausfälle und unsere Vorbereitungen im Hinblick auf Projektunterricht, hat die Arbeit dieses Mal etwas länger gedauert.  Der Aufbau gleicht denen der anderen Bücher: Wir beginnen auf einfachstem Niveau und arbeiten uns – wie bei einem Englisch-Workbook aus der Schule – mittels Infotexten, Forschungsaufgaben und Experimenten durch das Thema. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal – bestimmt durch das aktuelle Zeitgeschehen – auf dem Fachbereich Biologie.

Was soll ich sagen? Ich bin ganz stolz und habe mit meiner Co virtuell angestossen. Die kommende Einheit zu Bakterien und Viren dürfte ein Selbstläufer werden. Wie immer gibt es einen Lehrerband mit Hinweisen und Lösungen und einen maximal günstigen Schülerband, der gerade über den Kopierkosten liegt.

Bei aller Freude und allem Engagement: Andere Projekte waren den Versuch wert, sind bei Tageslicht betrachtet aber als gescheitert zu beurteilen: Der Podcast war eine gute Erfahrung, lohnt aber den Aufwand nicht. Die Zugriffszahlen auf dem geschriebenen Blog liegen um den Faktor 50 höher, als die auf den Podcast.

Und auch mein Versuch, Klavierspielen zu lernen, entspricht mehr dem letzten aufbäumen einer vertrocknenden Pflanze: Hier und da ist noch etwas Grün zu erkennen – aber insgesamt gehört das Projekt auf den Kompost.

Nicht, dass ich nicht viel gelernt hätte oder mich nicht tapfer durch zahlreiche Lieder kämpfen würde: Aber es macht keinen Spaß. Es macht wirklich überhaupt (!) keinen (!! )Spaß (!). Ein bisschen versuche ich es noch weiter.

Aber ehrlicherweise habe ich auch ansonsten gut zu tun: Der Aufbau des Klettergerüsts wird ein ein paar Tage in Anspruch nehmen – davon erzähle ich die Tage nochmal ausführlicher. Nebenher die Poster und Erklärvideos erstellen und das halbe Haus renovieren: Wir haben ja nun ein Kinderzimmer zu wenig und das bedeutet, das Arbeitszimmer wird aufgelöst und die Kinder rücken jeweils eins weiter.

Wenn sowieso schon renoviert wird, dann kann auch gleich die ein oder andere Heizung erneuert werden.

 

Langweilig ist mir jedenfalls nicht. 🙂