An vielen Stellen ist der effektive Einsatz von Apps, Programmen und technischen Hilfsmitteln eine Möglichkeit, sehr viel Zeit zu sparen. Diese Artikelreihe greift diesen Aspekt auf.

Ich glaube behaupten zu können, dass ich vielen relevanten Bereichen meines Arbeitslebens überaus effektiv arbeite. Dinge, die oft sehr viel Zeit kosten, gelingen mir in kürzester Zeit. Dazu gehört bspw. das Erstellen von Ehrungs-Urkunden für meine Schüler, Merkplakaten für den Mathematikunterricht oder das Erschaffen ganzer Lerntheken.

Ausgangspunkt für diese Effektivität ist letztlich ein breites Wissen über die Programme zur Umsetzung. In früheren Jahren habe ich begeistert unzählige Computerzeitschriften durchgelesen mit Tipps und Tricks, später kamen YouTube-Videos dazu. Heute werde ich nur noch selten überrascht – meine Arbeit ist für meine Begriffe an vielen Stellen ziemlich nah am Optimum.

Für ist es stets hilfreich, von anderen zu lernen. Zu schauen, wie andere Leute arbeiten um dann zu überprüfen, welche Aspekte ich für mich übernehmen kann – und das ist auch der Gedanke hinter diesem Artikel.

Konkretes Beispiel: Eine AG-Wahl durchzuführen ist normalerweise mit mehrstündigem Aufwand verbunden.

  1. Zunächst müssen die AG-Themen von den Kollegen gesammelt werden.
  2. Anschließend erstellt man einen Wahlzettel mit Erst-, Zweit- und Drittwahl.
  3. Die Zettel werden ausgeteilt und anschließend wieder eingesammelt.
  4. Danach beginnt das verteilen der Zettel auf verschiedene Haufen. Füllt sich eine AG, werden Zettel weggenommen und woanders hingelegt.
  5. Zwischendurch kämpft man mit den Zetteln, die ohne Namen abgegeben wurden.
  6. Und zu guter Letzt tippt man die ausgefüllten AG-Listen in ein Dokument ab, gibt eine Kopie den Kollegen und hängt eine zweite im Gang aus, damit jedes Kind weiß, in welcher AG es ist.

Allein für das Verteilen, Entziffern und Abtippen gehen bei 120 Kindern je Jahrgangsstufe schonmal einige Stunden ins Land.

Das geht schneller.

Zunächst erstelle ich mit einem Online-Formulartool wie bspw. Microsoft Forms (oder Nextcloud Forms) ein neues Formular und frage, damit ich später keine krakeligen Handschriften erkennen muss, Name und Klassenzugehörigkeit ab.

Im zweiten Schritt bereite ich eine Abfrage vor (MultipleChoice). Zur Auswahl stehen alle AGs, die wir als Schule anbieten.

Mit Klick auf den „Frage kopieren“-Knopf kann ich die gesamte Frage mehrfach aufführen und ersetze „Erstwunsch“ durch „Zweitwunsch“.

Eine Alternative ist die Möglichkeit, die verschiedenen AGs zu „ranken“, d.h. man schiebt die LieblingsAG auf Platz eins einer Liste und die blödeste ganz nach unten. Diese Rankings sind oft jedoch auf ~zehn Möglichkeiten begrenzt, so dass je nach Anzahl der AGs auf das MC-Verfahren zurückgegriffen werden muss.

Das Formular wird per Link freigegeben, ist für einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen geöffnet und der Link wird an alle Klassen per Messenger geschickt. Die Kinder können im Unterricht oder von zu Hause aus wählen, erst einmal mit dem besten Freund plaudern oder schlicht nochmal nachdenken. Auch jene, die am Tag der Wahl zufällig nicht in der Schule sind, können an der Wahl teilnehmen.

Forms spuckt mir die Ergebnisse in Form einer Excel-Tabelle aus:

Hier sortiere ich zunächst nach Erst-Wunsch. Bestimmte AGs sind jedes Jahr überlaufen (alles mit Computer), andere dagegen so speziell, dass sie nur eine kleine Zielgruppe ansprechen. Ich fülle zunächst die kleineren AGs, indem ich die Namen der Kinder ausschneide und in eine separate Tabelle verschiebe, z.B. „Doppelkopf-AG“. Sind das noch zu wenig Kinder, schaue ich auch bei Zweit- und Drittwahl nach potentiellen Interessenten.

Dadurch schrumpft die Excel-Tabelle ganz schnell zusammen und ich kann alle Gruppen innerhalb von wenigen Minuten mit Schülerinnen und Schülern füllen. Dabei verschiebe ich niemanden in eine AG, die er oder sie nicht gewählt hat.

Die neuen, sortierten Tabellen schicke ich den Kolleginnen und Kollegen zu. Für die Schüler drucke ich eine Version aus und hänge sie in den Gängen auf. Etwas, das früher einen ganzen Nachmittag gekostet hat, kann ich heute in einer Freistunde erledigen.

1: Nur original mit Rechtschreibfehler: „Exzellenz“. Da sieht man, dass ich so eine Urkunde niemals selbst erhalten hätte. Besten Dank für den Hinweis!