Ich bin, ganz grundsätzlich, ein eher fauler Mensch. Ich denke lieber einige Minuten intensiv nach, bevor ich einfach drauf losstürme und in Aktionismus verfalle. Dabei fallen mir dann nicht selten Mittel und Wege ein, die anfallende Arbeit schneller und effektiv zu bewältigen.

Immer wieder muss ich mir dabei vergegenwärtigen, dass es oft keine großen Veränderungen braucht, um bessere Resultate zu erzielen. Es sind eher minimale Veränderungen, die, zielgerichtet eingesetzt, große Veränderungen nach sich ziehen.

Zwei Beispiele.

Fotos auf dem Smartphone

Schieße ich mit meinem Handy ein Foto, dann wird das augenblicklich in die Cloud hochgeladen und ich kann es am Computer weiterverarbeiten. Bei mir ist das OneDrive (weil ich da 1 TB an Speicehrplatz zur Verfügung habe). Auf dem Computer verschiebe ich die Bilder dann in die Familienalben: „2020“ – „Sommer“ oder so ähnlich.

Jahrelang hat mich dabei genervt, dass auf dem PC zwar Ordnung herrscht, sich auf dem Handy aber hunderte an Fotos ansammeln, die bei nächster Gelegenheit wieder auf dem PC landen.

Die App „Autosync für OneDrive“ (die es auch für jede andere Cloud gibt) hilft mir an genau dieser Stelle: Sie führt eine zwei-Wege-Synchronisation ein. Das bedeutet, lösche ich ein Bild auf dem PC, wird es auch auf dem Handy gelöscht. Alles bleibt in steter Ordnung.
Mit der gleichen App synchronisiere ich auch andere Fotoalben (z.B. Instagram) oder Hörbuch-Ordner zwischen Computer und Handy.

Aufräumarbeit: Gar keine.

Akku-Staubsauger

Die Kombination aus Familie mit kleinen Kindern und Hund und hellem Boden sorgt dafür, dass bei uns ständig gestaubsaugt werden muss. Das bedeutet jedesmal Staubsauger aus dem Keller holen, Kabel ausrollen, saugen, leeren, wieder in den Keller wegräumen.

Das Experiment Roomba-Staubsauger haben wir erfolgreich hinter uns – bei der Menge an Fell, die unser Hund zwischendurch verliert, der großen Fläche eines Landhauses und den vielen Kanten, Ecken und Möbeln war das Ding einfach untauglich.

Aber ein Akku-Staubsauger ist die perfekte Lösung. Wir haben uns für den Dyson V10 entschieden (hier bei Amazon), nicht das aktuellste Modell, aber im Angebot der Metro für etwas über 300 € erstanden.

Zugegeben: Eine Luxuslösung.
Aber eine, die für spürbar weniger Ärger sorgt. Der Staubsauger hängt in Sichtweite und allein dies Detail sorgt dafür, dass sogar ich die Kinder ihn eben mal nehmen, um den Kakao vom Küchenboden wegzusaugen – anstatt ihn wie sonst mit den Füßen unter die Anrichte zu kehren.

Es gäbe noch viele weitere Beispiele aufzuzählen. An erster Stelle natürlich Unterrichtsplanung mit OneNote oder AG-Wahlen mit Forms. Dabei handelt es sich immer um Wege, die mich eine Aufgabe etwas schneller, ökonomischer und effektiver angehen lassen.

Diese Form des „minimale Veränderungen, maximale Wirkung“ ist nichts wirklich Neues und schlägt sich in zahlreichen Büchern wieder („Die 1%-Methode“ von James Clear als bekanntestes). Hier und da gibt es auch die passenden Anti-Bücher („Sei glücklich, nicht perfekt“ von Anja Zeidler) – aber ich empfinde diese Form der „Optimierung“ nicht als Druck, sondern als Befreiung:

Mich nervt, dass die sortierten Familienbilder auf dem Handy verbleiben. Mich stört, dass das Staubsaugen der Küche so umständlich ist.

All das passt natürlich in die Bedürfnis-Theorie („Ich will ein iPad. Aber warum eigentlich?„): Ich kaufe mich aus Problemen heraus, nicht in neue Aufgabenfelder hinein.

Nebenher und drumherum: Glücklich bin ich auch.
Es sind gerade Herbstferien und ich genieße die Zeit um mit dem Hund einsame Wanderungen durch Felder, Wälder und Berge zu gestalten.

Zauberhaft ist, dass mein Australian Shepherd über keinerlei Jagdtrieb verfügt – treu und verspielt läuft sie ohne Leine über Stunden neben mir her. Schnüffelt mal hier und mal dort – immer bereit, sich von mir für ein Selfie vor die Kamera zerren zu lassen.

Obwohl eingepackt, habe ich Hörbücher und Kopfhörer nicht einmal genutzt. Statt dessen über Stunden die Einsamkeit und Stille genossen. Es dauert eine Weile, bis die Stimmen im Kopf ruhiger werden.

Obwohl ich beim Rest der Familie auf Unverständnis stoße („Könnten wir nicht zusammen laufen?“), genieße ich diese einsamen Wanderungen sehr und stelle fest, dass ich sogar der Gesellschaft des Hundes irgendwann überdrüssig werde.

So eine einsame Berghütte. Ich glaube, dass wäre was für mich.
Aber auch da würde ich Mittel und Wege finden, das Leben noch ein wenig effektiver zu gestalten.