Immer wieder gebe ich eine Excel-Fortbildung für Einsteiger. Die muss online jedoch anders gestaltet sein, als früher. Ein paar Gedanken dazu.

Tabellenkalkulationsprogramme wie Excel gehören zu den weniger beachteten Bestandteilen einer Office-Suite. Ihre Bedienung scheint kompliziert und worin sollte der Nutzen außerhalb irgendwelcher Kostenberechnungen auch liegen?

Excel in der Schule

Excel-FortbildungIm Themengebiet „Schulorganisation“ nutze ich Excel recht intensiv. Sei es, um im Physikunterricht Temperaturkurven zu erstellen oder eine AG-Wahl zu organisieren. Auch die Protokollierung von Fehlstunden lässt sich mit einer Excel-Tabelle problemlos nachhalten.

Letztlich kann ein Tabellenkalkulationsprogramm vor allem eines richtig gut: Zählen.

Ab der kommenden Woche starten wir in den Hybridunterricht, der organisiert werden musste unter der Bedingung, dass nur jeweils die halbe Klasse kommen sollte, die Wahlpflichtkurse jedoch möglichst vollzählig erscheinen sollen. Nicht ganz unkompliziert, mit Excel jedoch innerhalb weniger Minuten für die gesamte Schule organisiert.

Excel-Fortbildung im ZFSL

Alle zwei Jahre werde ich von meinem ehemaligen Ausbildungsort eingeladen, um dem jeweiligen Jahrgang Lehramtsanwärter:innen eine kurze Einführung in Excel zu geben. Nach einem kurzen Input lasse ich die Teilnehmer:innen vor allem an ihren eigenen Computern experimentieren. Die einzelnen Übungen steigern sich im Schwierigkeitsgrad, ich laufe durch die Reihen und gebe mal hier, mal dort einen Tipp und nach 90 Minuten verfügen alle über ein solides Grundwissen.

Online kann ich jedoch nicht durch die Reihen gehen. Und ich kann auch nicht drei Dutzend Breakout-Räume aufmachen um „virtuell“ allen mal über die Schulter zu schauen. Umgekehrt ist mir völlig klar: Einen 90minütigen Vortrag über die Grundfunktionen von Excel halte ich nicht.

Das wäre für die Lehramtsantwärter:innen nur Zeitverschwendung und ich habe einen Ruf zu verlieren.

Excel-Fortbildung online

Ich habe ein paar Tage darüber nachgedacht, wie ich dieses Dilemma lösen kann und mich auch bei kostenpflichtigen online Excel-Fortbildungen umgesehen. Bei aller Liebe zum Seminar steht jedoch eine Kosten-Nutzen-Rechnung meiner Ressourcen im Raum: Ich bekomme kein Geld für den Vortrag und die mehrstündige Gestaltung interaktiver Übungen, eingebettet in eine Homepage übersteigt meine Kapazitäten. So Fortbildungen sind ja nicht umsonst nicht umsonst.

Wie also würde ich meinen eigenen Schüler:innen Excel beibringen, wenn ich nicht im Raum wäre?

Ich habe zunächst ein langes Excel-Dokument erstellt, in welchem ich von oben nach unten die Aufgaben eingefügt habe.

Excel-Fortbildung

Dazu Lösungen und Hinweise als Kommentare eingebunden, damit sie nicht sofort sichtbar, aber in greifbarer Nähe sind.

Die Aufgaben beginnen mit Basics (Listen automatisiert vervollständigen lassen; einfachste Formeln) und landen schließlich auf dem Niveau, das von den Schüler:innen in den Zentralen Abschlussprüfungen verlangt wird.

So gerne ich mit der Office-Suite von Microsoft arbeite – Google ist weit besser darin, gleichzeitig viele Menschen synchron in einem Dokument arbeiten zu lassen. Meine eigene fertige Tabelle habe ich mit einem Schreibschutz versehen und anschließend 42 mal kopiert (das wird in etwa die Teilnehmerzahl sein).

Vorangestellt ist eine Namensliste mit 42 Links, die jeweils zum passenden Tabellenblatt führen. So kann jede/r Teilnehmer:in am eigenen Sheet arbeiten, ohne die Arbeit eines/r anderen zu behelligen.

Der Austausch wird so hoffentlich auch online möglich: „Herr Klinge, können Sie mal bei 36 gucken? Ich komme bei Aufgabe 13 nicht weiter!“

Ich bin gespannt, ob das einigermaßen laufen wird. In zwei Jahren, wenn sich der Zyklus nähert, ist dieser Corona-Mist ja hoffentlich ausgestanden.